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Da stimmt doch was nicht...
Warum unsere Radiowecker derzeit oft nachgehen

Da stimmt doch was nicht...: Warum unsere Radiowecker derzeit oft nachgehen
Schlimmer Verdacht: In Wirklichkeit könnte es schon 11.01 Uhr sein. FOTO: dpa, av sir
Hannover. Viele Radiowecker oder Uhren in Mikrowellenherden haben aktuell Probleme, die exakte Zeit anzuzeigen. Viele gehen nach und das gleich um mehrere Minuten. Dies hängt indirekt mit der momentanen Kältewelle zusammen.

Grund dafür sei akute Energieknappheit, berichtet das Technologiemagazin "Heise Online" am Freitag. Viele solcher Synchronuhren nutzten statt Quarzoszillatoren die traditionell konstante Netzfrequenz für die Berechnung der Zeitanzeige. Diese liegt in Europa bei fast genau 50 Hertz. Stärkeren Energiebedarf wie zum Beispiel bei kaltem Wetter gleichen die Versorger in der Regel durch höhere Einspeisung aus, so dass die Frequenz normalerweise nur um ein paar hundertstel Hertz differiert, was den Uhren aber als Taktgeber ausreicht.

Zu wenig Leistung im Netz

Dass solche Uhren, die die Schwingungen der Netzfrequenz für die Zeitmessung nutzen, nun mehrere Minuten nachgingen, sei ein Indiz dafür, dass seit Längerem zu wenig Leistung etwa aus Gaskraftwerken ins Netz gespeist werde, schreibt "Heise Online"-Redakteur Ernst Ahlers. "Der Leistungsmangel scheint aktuell ein Dauerzustand zu sein."

Ein Grund dafür könne der Strompreis sein, schätzt Ahlers. Möglicherweise exportiere Deutschland derzeit auch große Mengen an Strom nach Frankreich, da das Nachbarland aktuell Probleme mit der Energiegewinnung aus seinen Atomkraftwerke habe, schätzt "Heise Online"-Redakteur Christof Windeck. Wenn die Differenz deutlich sinke, würden die Anbieter jedoch gegensteuern.

Größere Ausfälle seien also nicht zu erwarten. Wenn es wieder wärmer wird, werde sich das Problem ohnehin von selbst erledigen, sagte Windeck.

(dpa)
 
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