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Aktuelle Studie: Was den Deutschen Angst macht

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 08.09.2011 - 14:35

Berlin (RPO). Terrorverdächtige werden festgenommen, der Euro bereitet Sorge, in Japan kommt es zur Atomkatastrophe - in diesem Jahr gab es zahlreiche Schlagzeilen, die insbesondere den Politikern Kopfzerbrechen bereiteten. Doch was macht den Deutschen selbst Angst? Und ist die Euro-Krise für die Wähler mehr als nur Zahlenwirrwarr? All das hat eine aktuelle Studie versucht herauszufinden.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es nach der Studie der R+V Versicherung: Die Deutschen sind so optimistisch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage mag das auch kaum verwundern. Die Arbeitslosenzahlen sind seit Monaten gesunken, und mit der Konjunktur geht es in der Bundesrepublik wieder steil bergauf, während andere europäische Länder noch immer mit den Folgen der Krise zu kämpfen haben.

Dementsprechend sind das auch genau die Punkte, bei denen die Ängste der Deutschen gesunken sind. Am meisten bei der Furcht vor höherer Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik, genauso aber auch die Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage und der eigenen Arbeitslosigkeit. Dennoch gibt es die eine oder andere Sache, die den Bürgern die Sorgenfalten auf die Stirn schreibt.

Fukushima und die Angst vor Naturkatastrophen

Die beiden Top-Themen in den Bundesländern sind die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten und vor Naturkatastrophen. Vor erstem fürchten sich 63 Prozent der Deutschen, vor dem zweiten 60 Prozent. Gerade bei letzterem Punkt dürfte die Atomkatastrophe von Fukushima eine größere Rolle gespielt haben.

Denn genau das hatte auch den Grünen einen enormen Wählerzulauf gebracht, weil sie sich seit Anbeginn für den Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen haben. Das Ergebnis ist bekannt: Die schwarz-gelbe Bundesregierung beschloss im Eiltempo den Ausstieg.

Aufhorchen sollte die Politik aber auch bei anderen Themen, denn die Sorge, später einmal ein Pflegefall zu werden, treibt immerhin 55 Prozent der Befragten um. Angesichts der aktuellen Diskussion über eine Reform der Pflegeversicherung könnte diese Zahl im nächsten Jahr sogar steigen.

Aber auch Terrorismus gehört zu den Top-Ängsten der Deutschen. Insgesamt, so besagt die Studie, ist die Angst vor einem Terroranschlag seit dem 11. September 2001 massiv angestiegen - und hält sich seither auf einem hohen Niveau.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen in Bezug auf die Top-Ängste, wie Rita Jakli, Leiterin des Infocenters bei R+V bei der Vorstellung der Ergebnisse sagte: "In Schleswig-Holstein und Hamburg ist die größte Sorge, dass die Politiker mit ihren Aufgaben überfordert sein könnten." Weniger befürchten die Deutschen dagegen, dass ihre Partnerschaft zerbrechen könnte, Straftaten oder dass sie im Alter vereinsamen.

Die Euro-Krise und die Kosten

Angesichts der aktuellen Probleme in den Euro-Ländern hat die Versicherung auch eine Sonderbefragung in Bezug auf die Krise innerhalb der europäischen Währungsunion durchgeführt. Und obwohl es Deutschland bislang gelungen ist, recht gut durch die Krise zu kommen, so machen sich die Bürger doch so ihre Sorgen, wie es mit der EU weitergehen soll.

Nach der Studie sorgen sich 70 Prozent der Befragten darum, welche Kosten angesichts der Krise auf die Steuerzahler zukommen und 60 Prozent, dass der Euro tatsächlich gefährdet ist. Für die Studienmacher sind diese Zahlen ein Zeichen, dass die aktuelle Krise die allgemeinen Befürchtungen noch übertreffen.

Aber auch Lebensmittelskandale - erinnern wir uns etwa an Dioxine in Eiern - lassen die Deutschen nicht ganz kalt. Immerhin 60 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten Ängste vor einer Schadstoffbelastung von Lebensmitteln. Das zeigt sich auch im Alltag, wo Bio-Produkte Hochkonjunktur haben wie selten zuvor.

Am ängstlichen insgesamt sind übrigens die Menschen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen, während die  Bürger in Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen die geringsten Sorgen umtreiben (die genauen Ergebnisse der Länder gibt es in unserer Klickstrecke). Insgesamt wurden für die Studie 2400 Menschen ab 14 Jahre befragt.


 
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