Der Tod von Benno Ohnesorg: Was geschah am 2. Juni 1967?
zuletzt aktualisiert: 22.05.2009 - 12:43Düsseldorf (RPO). Ein Aktenfund um die angebliche Stasi-Zugehörigkeit des Todesschützen Karl-Heinz Kurras wirft ein neues Licht auf den Tod des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967. Was aber geschah an diesem historischen Tag?
Benno Ohnesorg wurde auf einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien erschossen. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) organisierte die Proteste gegen den Besuch des Diktators. Die Stimmung zwischen protestierenden Studenten und Staatsmacht hatte sich bereits im Vorfeld der Demonstration angeheizt, nachdem die studentischen Mitglieder der bekannten Kommune I zu Unrecht verdächtigt wurde, einen Anschlag auf US-Vizepräsident Hubert Humphrey zu planen.
Die "Bild-Zeitung" titelte damals "Attentat auf Humphrey", obwohl die Kommunarden lediglich ein "Pudding-Attentat" auf die US-Politiker planten.
Der damalige Berliner Polizeipräsident Erich Duesing sprach bereits am 13. April in einem Brief an Innensenator Wolfgang Büsch von einem "Studentenkrieg". Auf der Demonstration eskalierte die Situation dann vollständig. Die anwesenden deutschen Polizisten lassen die so genannten Jubelperser, die im Auftrag des Schahs mit Stöcken auf die Demonstranten einschlagen, gewähren.
Zusätzlich setzt die Polizei die so genannte Salami-Taktik ein, kreist die Demonstranten ein. In einem Hof, in den sich mehrfach Schaulustige und Demonstranten flüchten, gibt Kurras den tödlichen Schuss auf Ohnesorg ab. Es war die erste Demonstration des 26-Jährigen Romanistikstudenten.
Ohnesorg ist unbewaffnet und wird von dem Beamten in den Hinterkopf getroffen. Die junge Frau Friederike Dollinger kümmert sich um den Verletzten, legt ihre Handtasche unter den Kopf, aus dessen Wunde Blut fließt. Das Bild ist berühmt geworden.
Im städtischen Krankenhaus Moabit erliegt Ohnesorg kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die "Bild-Zeitung" macht am Folgetag die "Krawalle", die von "politisch Halbstarken" inszeniert wurden, für den Tod des Studenten verantwortlich. Im späteren Prozess wird Kurras freigesprochen – aus Mangel an Beweisen.
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