Rüsselsheim: Weitere Festnahmen nach Blutbad in Eisdiele
zuletzt aktualisiert: 14.08.2008 - 14:51Rüsselsheim (RPO). Nach der Schießerei am Dienstagabend vor einem Eiscafé in der Rüsselsheimer Innenstadt mit drei Toten hat es weitere Festnahmen gegeben. Bereits am Mittwoch hatte die Polizei über die Festnahme zweier Verdächtiger informiert.
Ein Sprecher des hessischen Landeskriminalamtes in Wiesbaden sagte am Donnerstag, im Laufe des Mittwochs seien mehrere Personen vorläufig festgenommen worden; weitere hätten sich selbst gestellt. Genauere Zahlen nannte er nicht. Das LKA und die Darmstädter Staatsanwaltschaft kündigten für den Nachmittag eine Presseerklärung an.
Am Mittwoch hatte die Polizei über die Festnahme von zwei Verdächtigen informiert, beides Türken im Alter von 28 und 49 Jahren. Der bewaffnete Überfall am Dienstagabend war offenbar der Höhepunkt einer privaten Fehde. Hintergrund könnte ein Streit zwischen einzelnen Mitgliedern zweier türkischer Gruppen sein, hatte der Leiter der Sonderkommission beim Landeskriminalamt, Stefan Müller, gesagt.
Die Auseinandersetzung habe offenbar am vergangenen Wochenende vor einer Diskothek in Mainz begonnen und möglicherweise mit gekränkter Ehre zu tun, erklärten die Ermittler. Warum das Eiscafé in Rüsselsheim zum Tatort geworden sei, liege noch im Dunkeln.
Dort griffen der Polizei zufolge am betreffenden Abend vier bis fünf Männer eine Gruppe von drei bis vier Personen an. Bei der Auseinandersetzung kamen Schusswaffen und Messer zum Einsatz. Ein 26-jähriger Angreifer aus Wiesbaden und ein 29-jähriger Cafégast aus Raunheim wurden getötet. Auch eine unbeteiligte 55-Jährige, die vor dem benachbarten Restaurant saß, erlitt tödliche Verletzungen. Schwer verletzt und nur durch eine Notoperation gerettet wurde der Bruder des 26-Jährigen, der ebenfalls in Wiesbaden wohnt. Er sollte wie die anderen Festgenommenen im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden.
Bei ihren Ermittlungen setzt die Polizei auch auf die Hilfe der Bevölkerung und sucht dringend nach Zeugen, die sich unter der Telefonnummer 01805-665110 melden können.
Die Staatsanwaltschaft Darmstadt setzte für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 10.000 Euro aus.
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