Katholische Bildungseinrichtung: Werler Internat meldet Missbrauchsfall
zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 10:56Hamburg/Werl (RPO). Der Missbrauchsskandal an katholischen Bildungsstätten weitet sich weiter aus. Auch im westfälischen Werl (Kreis Soest) soll sich mindestens ein Missbrauchsfall ereignet haben, der vom zuständigen Bistum Paderborn anscheinend jahrelang verschwiegen worden war.
Wie ein Sprecher des Erzbischofs auf Anfrage des Hamburger Nachrichtenmagazins "Spiegel" einräumte, wurde bereits im Juli 2002 ein Geistlicher des kirchlichen Jungen-Internats Collegium Aloysianum in Werl "kurzfristig von seinen Aufgaben entpflichtet".
Zuvor war der Priester in den Verdacht geraten, im Spätherbst 1980 "an einem minderjährigen Jungen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben". Drei Tage vor der Entpflichtung hatte der Geistliche am 1. Juli 2002 mit dem damaligen Paderborner Erzbischof Joachim Kardinal Degenhardt über den Vorfall gesprochen. Das jahrelange Schweigen begründet das Bistum nun damit, dass das damalige Opfer "den Gang in die Öffentlichkeit beziehungsweise eine Anzeige nicht gewünscht" habe. Das Werler Knaben-Konvikt wurde 2005 geschlossen, der beschuldigte Priester wirkt heute als Hausgeistlicher in einem Altersheim für Nonnen, berichtete der "Spiegel" am Freitag weiter.
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