Tote, Verletzte, hoher Sachschaden: Wetter-Experte: "Emma" ist normaler Wintersturm
zuletzt aktualisiert: 01.03.2008 - 16:14Frankfurt (RPO). Die Auswirkungen von Orkantief "Emma" sind in weiten Teilen des Landes immer noch zu spüren. Drei Menschen kamen ums Leben. Der Sturm richtete einen Millionenschaden an. Zug- und Flugverkehr sind beeinträchtigt. Bei Brühl fuhr ein ICE gegen einen Baum. Metereologen sprechen dennoch von einem "normalen Wintersturm". Vergleiche zu "Kyrill" seien fehl am Platz. Dennoch sei weiter Vorsicht geboten.
Sturmtief "Emma" hat am Samstag den Tod von mindestens drei Menschen Deutschen verursacht und Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Bei Oberpfaffenhofen in Oberbayern kam ein 72 Jahre alter Rollerfahrer ums Leben. Im Westerwald in Rheinland-Pfalz wurde ein 58-jähriger Mann im Auto von einem Baum erschlagen. In Österreich kam es Urlauber aus Deutschland ums Leben. Bei weiteren Unfällen wurden Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt.
Durch umgestürzte Bäume kam es bundesweit zu schweren Behinderungen im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr. Vielerorts fiel der Strom aus. In Mitteldeutschland und in Brandenburg waren zwischenzeitlich bis zu 16 000 Kunden ohne Strom.
Der Sturm hatte laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in den bayerischen Niederungen Spitzengeschwindigkeiten von 135 Stundenkilometern erreicht. In Norddeutschland wurden Windböen zwischen 80 und 100 Stundenkilometern gemessen. Am stärksten wütete der Orkan auf dem bayerischen Wendelstein mit 220 Stundenkilometern. "Emma" sollte im Süden am Nachmittag abklingen. Am zweiten Orkan-Schwerpunkt im Norden konnte es laut DWD am Abend jedoch eine Sturmflut geben. Ein Meteorologe sprach von einem "klassischen Wintersturm" und wies Vergleiche mit dem verheerenden Orkan "Kyrill" zurück.
Auf Schienen oder auf Oberleitungen gestürzte Bäume verursachten auch im Bahnverkehr erhebliche Behinderungen. In Brühl in Nordrhein-Westfalen erlitt ein Lokomotivführer leichte Verletzungen, als sein ICE am frühen Morgen gegen einen vom Sturm umgerissenen Baum fuhr, wie die Bundespolizei mitteilte. Die übrigen Zuginsassen seien unverletzt geblieben. In Teilen Bayerns kam der Zugverkehr fast komplett zum Erliegen.
Auf dem Flughafen Frankfurt am Main führte Sturmtief "Emma" zu zahlreichen Ausfällen und erheblichen Verzögerungen. Für Samstag wurde nach Angaben eines Sprechers mit insgesamt rund 100 annullierten Flügen gerechnet.
Im hessischen Butzbach riss der Sturm über etwa 75 Meter das Blechdach einer Asylbewerberunterkunft herunter. Die 30 Bewohner des Hauses, darunter auch Kinder, blieben unverletzt. Sie wurden vorübergehend in einer Turnhalle untergebracht. Keine Verletzten gab es auch, als sich über Offenbach kurze Zeit eine Windhose bildete.
Trotz allem waren die von "Emma" verursachten Schäden zunächst weniger massiv als zunächst befürchtet. Helmut Malewski vom DWD wies Vergleiche mit dem Orkan "Kyrill" zurück, der im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa gezogen hatte. Stürme wie "Emma" würden pro Winter im Durchschnitt zwei- bis dreimal auftreten.
In der Nacht zu Sonntag sollte es laut DWD nur noch gen Nordosten vereinzelt orkanartige Böen geben. Durch die örtlich schweren Regenfälle könnte es jedoch zu Überschwemmungen kommen. In Odenwald und Schwarzwald waren Malewski zufolge binnen 48 Stunden örtlich 60 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. In den nächsten Tagen solle es weiter regnen.
Auch wenn "Emma" zunächst schwächer ausfiel als befürchtet, riet der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) weiter zur Vorsicht. Wälder sollten an diesem Wochenende keinesfalls betreten werden. Viele Gefahrenstellen würden zudem erst später entdeckt.
Wegen "Emma" waren bundesweit etliche Veranstaltungen unter freiem Himmel abgesagt worden. Das ZDF hatte die "Wetten, dass..?"-Stadtwette am Samstagabend in Halle an der Saale verlegt. Die für früher am Tag geplante Demonstration gegen die umstrittene Waldschlößchenbrücke in Dresden wurde auf 9. März verschoben.
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