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Wetter in Deutschland
Der erste Herbststurm mit orkanartigen Böen naht

Wetter in Deutschland: Der erste Herbststurm mit orkanartigen Böen naht
FOTO: AP, AP
Offenbach. Am Mittwoch sollten die Menschen in Deutschland wetterfest gekleidet aus dem Haus gehen: Der erste Herbststurm des Jahres wird fast überall im Land toben.

Es sei mit orkanartigen Böen und schweren Sturmböen zu rechnen, warnte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Dienstag. Vor allem an der Nordseeküste und auf Berggipfeln seien Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 Stundenkilometern zu erwarten.

Auch landeinwärts könne es orkanartige Böen und schwere Sturmböen geben. Am wenigsten stürmisch wird es laut Vorhersage im Süden des Landes. Der Wetterdienst wies besonders auf die von den noch belaubten Bäumen ausgehenden Gefahren hin: Diese böten dem Sturm große Angriffsflächen.

Sonne extrem aktiv

Aber auch auf unserem Stern ist das "Wetter" aktuell alles andere als ruhig: Die Sonne ist derzeit so aktiv wie lange nicht mehr. Nachdem die US-amerikanische Raumfahrtagentur Nasa erst vor wenigen Tagen die stärkste Sonneneruption (Flare) seit zwölf Jahren registriert hatte, brodelt es auf der Sonne munter weiter. Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge gab es erneut einen Sonnensturm. "Es gab am Sonntag noch einen stärkeren Flare, der auch einen koronalen Massenauswurf verursacht hat", sagte Jens Berdermann vom DLR Neustrelitz am Dienstag.

Die bei den Eruptionen ausgeworfenen geladenen Teilchen können, wenn sie direkt auf die Erdatmosphäre treffen, als Polarlichter wahrgenommen werden. "Aber derzeit sieht es nicht danach aus - zumindest nicht in unseren Breiten. Denn hier ist bislang kein stärkerer Sonnenwind angekommen", sagte der Leiter der DLR-Gruppe Ionosphärische Effekte und Korrekturen.

Die geladenen Teilchen bewegen sich unter normalen Bedingungen mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zu. Bei einem sehr starken koronalen Massenauswurf sind auch zwischen 2000 und 3000 Kilometer pro Sekunde möglich. Wenn ein solcher Sonnensturm die Erde direkt trifft, können Kommunikations- und Navigationsgeräte gestört oder sogar beschädigt werden. Im schlimmsten Fall können durch die geladenen Teilchen vorher bereits Satelliten im All beschädigt werden.

Berdermann zufolge ist ein Sonnenzyklus etwa elf Jahre lang. In dieser Zeit wird Nord- und Südpol des Sonnenmagnetfeldes getauscht. Dabei nimmt die Aktivität der Sonne zunächst zu und schließlich wieder ab. Derzeit nehme sie gerade wieder ab. "Es ist eigentlich erstaunlich, dass sie gerade so aktiv ist."

Der bislang extremste dokumentierte Sonnensturm hatte die Erde im Jahr 1859 getroffen - das sogenannte Carrington-Ereignis. "Damals gab es noch nicht viel technische Infrastruktur. Heute wäre ein solcher Sturm sehr kritisch. Er könnte uns technisch sehr zurückwerfen", so Berdermann.

(felt/dpa)
 
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