Unwetter: Wetterdienst gibt Tornadowarnung
zuletzt aktualisiert: 14.07.2010 - 18:40Frankfurt/Main (RPO). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Mittwochabend erneut vor Unwettern und Tornados gewarnt. Ab Nachmittag kam es in Westdeutschland zu schweren Gewittern mit orkanartigen Böen, starkem Regen und Hagel. Vereinzelt sei dabei auch wieder mit Windhosen zu rechnen.
Die Ausgangslage am Mittwoch gleicht bis aufs Haar der vom Montag, als Sturm und Orkanböen über das Land hinwegzogen und schwere Verwüstungen anrichteten. Am Dienstag atmete NRW erst einmal durch. Die Bahn behebt nach und nach die Schäden an ihren Gleisanlagen. Der Nahverkehr ist in Teilen nach gestört.
"Am Mittwoch kommt die Heißluft zurück", sagte Andreas Neuner vom Wetterdienst Meteomedia unserer Redaktion. "34 bis 36 Grad sind durchaus denkbar", heißt es mit Blick auf NRW.
Unwetter, Starkregen und Hagel
Regen, Hagel, Windböen - der Sturm fegte gegen Mittag über weiter Teile von Nordrhein-Westfalen. Wie haben Sie das Unwetter erlebt? Schicken Sie uns Wetter-Fotos oder schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse unter opinio@rp-online.de
Abends und in der Nacht zieht dann am Mittwoch eine Gewitterfront durch NRW. Dabei seien erneut wieder teils unwetterartige Gewitter mit lokalem Starkregen und Hagel zu erwarten. Vor allem bestehe erneut die Gefahr von heftigen Gewitterböen, die wieder über 100 km/h erreichen können. Auch vereinzelte Tornados können nicht ausgeschlossen werden.
In der Nacht zum Donnerstag zieht dann die nächste Kaltfont mit teils heftigen Gewittern durch. Nachfolgend stellt sich am Donnerstag wieder zunehmender Hochdruckeinfluss ein.
Stärke der Unwetter noch nicht abschätzbar
Am Abend kommt seiner Prognose zufolge eine neue Kaltfront ins Land gezogen - genauso wie am Montag. "Es ist dieselbe Situation wie gestern", sagt Neuner. Hagel, Starkregen, Sturm und sogar Tornados sind im Bereich des Möglichen - mit vergleichbaren Folgen.
Wie stark die Unwetter und wo genau sie niedergehen werden, ist knapp 36 Stunden vorher noch nicht genau abzuschätzen. Doch Neuner mahnt: "Das kann gefährlich werden." Auf die Möglichkeit eines starken Unwetters sollte man sich auf jeden Fall einstellen und die Unwetterwarnungen in den Medien oder im Internet beobachten. Unwetterwarnungen erfolgen in der Regel zwölf Stunden vor Eintreten des Ereignisses und können sie etwa ein Stunde vorab auch sehr konkret und sehr lokal vorhersagen.
Bahnverkehr in NRW gestört
Die Deutsche Bahn konnte die Schäden an ihren Gleisanlagen bisher nich komplett beheben. In ganz NRW kommt es daher noch zu vereinzelten Zugausfällen, Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.
Verwüstungen und drei Todesfälle
Die Unwetter am Montag hatten bereits deutlich gemacht, welche Verwüstungen eine starke Gewitterfront anrichten kann. Insbesondere Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren betroffen. Vier Menschen kamen ums Leben. In Bremerhaven und im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 Kilometer pro Stunde gemessen - Windstärke 12. Mit den starken Regenfällen von 25 bis stellenweise mehr als 50 Liter pro Quadratmeter war zum Teil auch starker Hagelschlag verbunden. Bei Loxstedt in der Nähe von Cuxhaven entstand ein kleiner Tornado.
Schäden in Düsseldorf über 15 Millionen Euro
Das schwere Unwetter über weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen hat Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Allein die Versicherung Provinzial Rheinland gab am Dienstag in Düsseldorf einen Sachschaden von voraussichtlich über 15 Millionen Euro an.
Günter Mohr, Bereichsleiter bei der Provinzial, sagte, dass bei seiner Versicherung mehrere Tausend Schäden gemeldet worden seien. Er verwies darauf, dass im Schadenfall die Wohngebäudeversicherung den Eigentümer vor finanziellen Schäden schütze, wenn sein Gebäude beispielsweise durch Sturm oder Hagel beschädigt wird.
Auch in Wäldern des Landes hinterließ das Unwetter eine Spur der Verwüstung. Die Förster des Regionalverbands Ruhr (RVR) warnten Spaziergänger vor instabilen Baumkronen. Wer im Wald spazieren geht, sollte auf jeden Fall auf den Wegen bleiben und auf schrägstehende Bäume oder schiefe Baumkronen achten.
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