| 13.44 Uhr

Mai erneut zu trocken
Droht Deutschland ein Tornado-Sommer?

Mai 2016: Unwetter mit Sturm und Hagel in Minden
Mai 2016: Unwetter mit Sturm und Hagel in Minden FOTO: dpa, ok kde
Offenbach. Muss sich Deutschland nach dem Unwetter von Minden auf weitere Tornados einstellen? Der Wetterdienst will sich da nicht festlegen. Sicher ist aber: Der Mai war zu trocken - und das nicht zum ersten Mal.

Der Mai ist in diesem Jahr in Deutschland bislang wieder zu trocken gewesen. Bundesweit wurden bisher nur rund 50 Prozent des üblichen Niederschlags registriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet.

Angesichts der jüngsten Regenfälle könne sich aber daran bis Ende des Monats noch etwas ändern, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Bei den Temperaturen liegt der Wonnemonat mit 12,9 Grad um fast einen Grad über dem Soll. Am trockensten und wärmsten war es bislang im Osten, vor allem in Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen war es in Teilen Bayerns ungewöhnlich kühl und trüb.

Tipps: Die schönsten Frühlingsorte in der Region FOTO: Henning Bulka

Die meiste Sonne am Kap Arkona

Am bislang heißesten Tag des Jahres - dem 22. Mai - wurde der Spitzenwert in Jena (Thüringen) mit 31,4 Grad gemessen. Bei der Sonnenscheindauer kommt der Monat etwa auf das übliche Mittel. Spitzenreiter ist das Kap Arkona auf der Insel Rügen, wo es die meiste Sonne gab. 

Das gesamte Frühjahr - Anfang Juni beginnt für die Meteorologen der Sommer - liegt nach den DWD-Zahlen bislang mit etwa einem halben Grad über dem Soll. Beim Regen wurden rund 75 Prozent des Durchschnittswerts erzielt.

Damit war der Frühling nicht so trocken wie im vergangenen Jahr - damals hatte es besonders wenig geregnet. Die offizielle Bilanz zum Frühjahr will der DWD am kommenden Montag vorstellen.

Steht ein Tornado-Sommer bevor?

Die jüngsten Unwetter wie der starke Sturm in Minden lassen nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) keine Vorhersagen über einem tornadoträchtigen Sommer zu.

Die sieben schlimmsten Naturkatastrophen FOTO: Shutterstock/ Guido Amrein, Switzerland

Schwere Gewitter mit möglichen lokalen Wirbelstürmen entstünden immer dann, wenn feuchtwarme Hochdruckluft von einem feuchtwarmen Atlantiktief abgelöst werde, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert am Dienstag in Offenbach.

Dies sei in den vergangenen Tagen passiert. "Dann kann es krachen." Zur Häufigkeit solcher Wetterlagen könne für die kommenden Monate aber keine Prognose abgegeben werden.

Bei dem Unwetter am Sonntagabend in Ostwestfalen bei Minden habe es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um einen Tornado gehandelt, sondern um eine Fallböe, berichtet der Deutsche Wetterdienst. "Dies ergab eine Untersuchung der Schadensspur", heißt es.  

Das Unwetter hatte in Minden und einigen Kommunen der Region erheblichen Schaden angerichtet. Fünf Häuser mit insgesamt 33 Bewohnern mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden.

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Durch Warmluft entsteht eine rotierende Bewegung in einer Wolke. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog und reißt alles in die Höhe.

(csr/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wettervorhersage: Droht Deutschland ein "Tornado-Sommer"?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.