Der Fall Verena Becker: Wie eng waren die Kontakte zum Verfassungsschutz?
zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 13:17Berlin (RPO). Der Fall Verena Becker wird zunehmend mysteriös. Pflegte der westdeutsche Verfassungsschutz etwa schon vor dem Attentat auf Siegfried Buback enge Kontakte zu der damaligen RAF-Terroristin? Genau das behauptet nun die Bild-Zeitung und beruft sich dabei auf Akten der Stasi. Demnach hatte Becker schon fünf Jahre vor der tat Kontakt zum Verfassungsschutz.
In einem Aktenvermerk der Stasi-Hauptabteilung II/2 vom 2. Februar 1978 heißt es demnach: "Es liegen zuverlässige Informationen vor, wonach die B. seit 1972 von westdeutschen Abwehrorganen wegen der Zugehörigkeit zu terroristischen Gruppierungen bearbeitet bzw. unter Kontrolle gehalten wird." Diese Informationen seien durch die Auslandsabteilung der Stasi von 1973 und 1976 bestätigt. Der frühere Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde am 7. April 1977 in Karlsruhe von der RAF erschossen.
Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur und RAF-Experte Stefan Aust wertete die Stasi-Aufzeichnungen über Verena Becker als Indiz für Absprachen zwischen der früheren Terroristin und den deutschen Ermittlungsbehörden.
Aust sagte der Zeitung: "Wenn sich jetzt herausstellt, dass Verena Becker schon 1972 Kontakt zum Verfassungsschutz hatte, muss man diesen Informationen nachgehen." Aust fügte hinzu: "Die Tatsache, dass gegen Becker bis heute keine Mordanklage erhoben wurde, obwohl die Tatwaffe bei der Verhaftung 1977 bei ihr gefunden wurde, lässt darauf schließen, dass es irgendeine Art von Deal mit den Ermittlungsbehörden oder dem Geheimdienst gegeben haben muss."
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