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Fünf Tote bei Busunglück
Winterchaos im Südwesten Europas

Kältewelle in Russland
Kältewelle in Russland FOTO: afp
Madrid/Lyon (rpo). Schnee und Frost haben nun auch den Südwesten Europas fest im Griff. In der ostspanischen Provinz Alicante verunglückte am Samstag ein Reisebus mit etwa 50 Rentnern auf schneeglatter Straße; fünf Menschen starben, 30 weitere wurden verletzt, sieben von ihnen schwer. Heftige Schneefälle legten weite Teile Südfrankreichs lahm. Auch in der Schweiz und in Italien mussten die Menschen gegen gewaltige Schneemassen ankämpfen.

Im Schweizer Kanton Tessin fielen am Freitag gebietsweise rund 90 Zentimeter Schnee - so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. Zahlreiche Dörfer waren von der Umwelt abgeschnitten. In Polen erfroren erneut acht Menschen, Rumänien meldete fünf neue Kältetote.

Im ostfranzösischen Rhône-Tal fielen in der Nacht zum Samstag bis zu 40 Zentimeter Schnee. Schwerlaster über 7,5 Tonnen wurden dort auf zahlreichen Autobahnen mit einem Fahrverbot belegt. Die Schnellzüge aus Nizza und dem Südosten in Richtung Lille hatten mehr als eine Stunde Verspätung. Auch in Marseille an der Mittelmeerküste hatten Züge starke Verspätungen. Am Flughafen von Lyon mussten mehr als tausend Fluggäste die Nacht in Notunterkünften verbringen, nachdem am Freitagabend drei Viertel aller Flüge gestrichen worden waren. Am Samstag wurden erneut 22 Flüge abgesagt. In einigen Ortschaften fiel der Strom aus.

Im italienischen Genua durften die Schüler am Samstag aufgrund der Wetterverhältnisse zu Hause bleiben. In Mailand rechneten die Meteorologen mit den heftigsten Schneefällen seit 1985 und somit den zweitstärksten in hundert Jahren. Zahlreiche Flughäfen hatten am Freitag geschlossen. Der Bahnverkehr zwischen Mailand und Florenz sowie zwischen Turin und Venedig war teilweise unterbrochen.

Auch Osteuropa litt weiter unter den eisigen Temperaturen. Sowohl in Polen als auch in Rumänien meldeten die Wetterdienste zwar etwas milderes Wetter. In Warschau zeigte das Thermometer jedoch noch immer minus 13 Grad Celsius an, in Zentralrumänien waren es 25 Grad Minus.

Im Donau-Delta waren mehrere hundert Menschen noch immer von der Außenwelt abgeschnitten, weil in dem Strom dicke Eisschollen trieben und keine Schifffahrt möglich war. Auch in Georgien blieb die Lage für viele Menschen bedrohlich. Das Land ist seit einer Woche von Gaslieferungen aus Russland abgeschnitten, nachdem Explosionen wichtige Pipelines zerstörten.

(afp)
 
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