Kein Frühling in Sicht: Winterwetter lässt Unfallzahlen steigen
zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 09:00München (RPO). Trotz steigender Temperaturen entlässt der Winter Deutschland noch nicht aus seinem Griff. Am Wochenende sinkt die Schneefallgrenze erneut bis in die Niederungen ab, nachts gibt es weiterhin verbreitet Frost. Das anhaltende Winterwetter lässt die Unfallmeldungen in die Höhe schnellen.
Der Gesamtverband der deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt, dass es von Dezember bis Ende Februar 55.000 Blechschäden mehr gegeben haben wird als im vergangenen Winter, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Nach Angaben des Verbandes sind es vor allem kleinere Schäden, wie Auffahrunfälle mit geringer Geschwindigkeit. Eis und Glätte belasten aber auch die Unfall- und Krankenkassen.
Der GDV rechnet damit, dass auf die Autoversicherer wegen des relativ harten Winters etwa 230 Millionen Euro an Zusatzkosten zukommen. Dass deswegen die Versicherungsprämien steigen, glauben Branchenexperten allerdings nicht. "Aus unserer Sicht ist die Tarifschlacht der Kfz-Versicherer nicht zu Ende", sagt Christoph Schmitt, Analyst bei der Ratingagentur Fitch Ratings. Es herrsche ein massiver Verdrängungswettbewerb unter den Anbietern.
Teuer werden Eis und Schnee auch für die gesetzliche Unfallversicherung. Die Unfallkasse der Verwaltungsberufe (VBG) registrierte im Januar knapp 15 Prozent mehr Unfälle als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der sogenannten Wegeunfälle von Fußgängern und Radfahrern, die auf dem direkten Weg zur Arbeitsstelle passierten, stieg um fast 500 auf 3794. "Im Februar erwarten wir noch einen stärkeren Anstieg", sagt eine VBG-Sprecherin.
Da sich ein Wetterumschwung bislang noch nicht ankündigt, wird auch in den kommenden Tagen die Unfallgefahr nicht nachlassen. Frühlingshafte Witterung deutet sich bislang nicht ab. Dafür sei aber auch eine flächendeckende Rückkehr des Winters nicht erkennbar, kündigt der Deutsche Wetterdienst an.
Am Freitag ziehen dichte Wolken mit Regen und Schneeregen vom Südwesten über weite Teile Deutschlands. Lediglich in Richtung Oder bleibt es wohl noch meist trocken, auch im Westen fallen nur einzelne Schauer. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen zwei Grad im Nordosten und etwa sechs Grad im Westen.
In der Nacht zum Samstag gehen die Niederschläge allmählich bis in die Niederungen in Schnee über. Am Alpenrand sind Neuschneemengen um zehn Zentimeter möglich. Im Westen schneit es kaum noch. Die Luft kühlt ab auf ein bis minus vier Grad ab. Es besteht Gefahr von Glätte durch gefrierende Nässe oder Schnee.
Das Wochenende beginnt bewölkt mit etwas Schnee oder Schneeschauern. Das Thermometer steigt in der Regel auf ein bis sechs Grad. Auch am Sonntag fällt gebietsweise Schnee oder Regen. Im äußersten Norden und in den höheren Lagen der Mittelgebirge herrscht leichter Dauerfrost. Sonst liegen die Höchstwerte zwischen null und sieben Grad.
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