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Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft
Deutschlands Bildungssystem macht keine Fortschritte

Wissenschaftler beklagen fehlende Fortschritte im Bildungssystem
Die Qualität der schulischen Leistungen oder Abbrecherquoten werden im Bildungsmonitor berücksichtigt. FOTO: dpa, Julian Stratenschulte
Berlin . Das deutsche Bildungssystem macht keine Fortschritte mehr – das beklagen Wirtschaftsforscher in einer Studie. Rückschritte habe es bereits vor dem starken Zuzug von Flüchtlingen bei den Abschlüssen ausländischer Schüler gegeben.

In dem am Donnerstag vorgelegten Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurden erstmals in 13 Jahren im Durchschnitt der Bundesländer keine Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegebene Untersuchung misst anhand von insgesamt 93 Indikatoren die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Verfügbarkeit von Ganztagsschulen, die Qualität der schulischen Leistungen oder Abbrecherquoten. Die Daten beziehen sich zumeist auf die Jahre 2014 und 2015.

Die Schulabbrecherquote unter Ausländern sei dabei innerhalb eines Jahres von 10,7 Prozent auf 11,9 Prozent gestiegen, erklärte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Das gebe "Anlass zur Sorge, denn mit der Bildungsintegration der Flüchtlinge steht die Bildungspolitik vor einer neuen, riesengroßen Herausforderung".

Ausgaben müssen um 3,5 Milliarden Euro erhöht werden

Die Wirtschaftsforscher kommen zu dem Schluss, dass für die Flüchtlinge die jährlichen öffentlichen Bildungsausgaben etwa für mehr Kita-Plätze und Lehrer für zusätzliche Schulkinder um insgesamt 3,5 Milliarden Euro erhöht werden müssen. Diese Forderung war bereits vor der offiziellen Vorstellung des Berichts bekannt geworden.

Die leistungsfähigsten Bildungssysteme haben laut der Studie Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg, die allerdings auch Schwächen aufweisen. Sachsen erreicht demnach Spitzenplätze bei der Forschungsorientierung, der Förderinfrastruktur und der Schulqualität, hat aber seit einigen Jahren einen Zuwachs an ausländischen Schulabbrechern.

Thüringen punktet mit hohen Bildungsausgaben je Schüler und sehr guten Betreuungsbedingungen. Das Bundesland habe jedoch einen sehr hohen Anteil älterer Lehrer, die in den kommenden Jahren nur schwer ersetzt werden könnten, urteilten die Forscher.

Bayern wiederum ist laut der Studie Spitze bei der beruflichen Bildung, bei der Vermeidung von Bildungsarmut und dem effizienten Mitteleinsatz im Bildungssystem, hat aber ebenso wie Baden-Württemberg weiterhin Nachholbedarf beim Ausbau von Ganztagsplätzen. Hamburg liegt bei der internationalen Ausrichtung des Bildungssystems vorne, verzeichnet aber auf der anderen Seite einen hohen Anteil an Schülern, die die Mindestanforderungen im Lesen oder Mathematik nicht erreichen.

(afp/jeku)
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