Ex-Terrorist in Fernsehdokumentation: Wollte RAF Helmut Schmidt entführen?
zuletzt aktualisiert: 06.09.2007 - 12:25Hamburg (RPO). Angeblich sollte Bundeskanzler Helmut Schmidt vor 30 Jahren von der Roten-Armee-Fraktion entführt werden. Das sagte der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock in einer TV-Dokumentation. "Andreas Baader und Gudrun Ensslin wollten, dass wir Helmut Schmidt als Geisel nehmen", so Boock laut NDR.
"Wir haben Schmidts Hamburger Reihenhaus von einem Gebäude schräg gegenüber eingehend beobachtet," sagte Peter-Jürgen Boock laut NDR in einem Interview für eine TV-Dokumentation. Der Plan sei zu Beginn des Herbstes 1977 nicht umgesetzt worden, weil er der RAF-Spitze angesichts der Sicherungsmaßnahmen und der Personenschützer als zu riskant erschienen sei.
Auch der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher sei bei Baader und Ensslin "ganz weit oben auf der Liste" gewesen, sagte Boock laut NDR. "Da wollten sie, dass er erschossen wird." Auch dieses Vorhaben sei wegen der umfangreichen Sicherungsmaßnahmen für Mitglieder des Bundeskabinetts nicht in die Tat umgesetzt worden.
Boock war 1977 an der Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer beteiligt. 1980 sagte er sich von der RAF los und wurde ein Jahr später verhaftet. Nach 17 Jahren Haft kam er 1998 frei.
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