Mutmaßlicher Sauerland-Terrorist: Yilmaz sieht USA als Hauptfeind
zuletzt aktualisiert: 19.08.2009 - 11:37Düsseldorf (RPO). Der mutmaßliche Sauerland-Terrorist Adem Yilmaz sieht die USA als Hauptfeind des Islam im "Heiligen Krieg". "Zurzeit ist Amerika der Kopf der Mannschaft", sagte Yilmaz in seiner Aussage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.
Wenn man den Kopf zerstöre, würden die anderen Gegner dadurch geschwächt. Allerdings betonte der 30-Jährige, dass auch Soldaten anderer Nationen bekriegt werden müssten, wenn sie bewaffnet gegen den Islam kämpften. "Deutsche, amerikanische, türkische - das ist egal", sagte er: "Da mache ich keinen Unterschied."
Nicht jeder Ungläubige müsse jedoch bekämpft werden, erklärte der Angeklagte weiter. Immerhin gebe es auch Ungläubige, die den Islam nicht angriffen und nichts gegen ihn hätten. Auf die Frage, wie er sich nach dem Verbüßen seiner möglichen Haftstrafe weiter verhalten werde, antwortete Yilmaz nur ausweichend. Er könne es noch nicht sagen, erklärte er: Er wisse ja auch noch nicht, wie viele Jahre Haft er bekomme.
Yilmaz richtet sich nach eigenen Angaben vor allem nach den Gesetzen der Scharia: "Das ist meine Gesetzgebung." In einem Staat wie Deutschland könne er aber durchaus unter den demokratischen Gesetzen leben - so lange er nicht gezwungen werde, Alkohol zu trinken, Zinsen zu nehmen oder gegen andere Regeln seiner Religion zu verstoßen.
Im Laufe des Vormittags sollte als Dritter der Angeklagten auch Daniel Schneider im Gerichtssaal aussagen.
Angeklagter Gelowicz hatte umfassend gestanden
Der mutmaßliche Rädelsführer Fritz Gelowicz hatte in der vergangenen Woche als erster der Angeklagten die Anschlagspläne der Gruppe umfassend gestanden. Die Männer wollten laut Anklage mit Autobomben möglichst viele US-Bürger in Deutschland töten und sollen eine deutsche Zelle der Islamischen Dschihad Union (IJU) gegründet haben.
Die Anklage lautet auf Mitgliedschaft in einer inländischen und in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und Verabredung zum Mord. Der 23-jährige Schneider muss sich zudem wegen versuchten Mordes verantworten, weil er bei seiner Festnahme auf einen Polizisten geschossen haben soll.
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