Entführte Banker-Gattin aus Heidenheim: Zeuge soll bei der Suche helfen
zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 - 17:47Heidenheim (RPO). Im Fall der entführten Banker-Frau aus dem baden-württembergischen Heidenheim sucht die Polizei nach einem wichtigen Zeugen. Der Mann soll am Tag der Entführung im Wohnort der Familie im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim als Hausierer unterwegs gewesen sein, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte.
Nach sechs Tagen vergeblicher Suche wächst im schwäbischen Heidenheim die Sorge um die entführte Bankergattin. Am Dienstag will die Polizei die restlichen Waldstücke des rund 200 Quadratmeter großen Suchgebiets durchkämmen. Erneut sollen dafür rund 100 Einsatzkräfte und auch wieder Hubschrauber eingesetzt werden, sagte Polizeisprecher Markus Ott am Montag der Nachrichtenagentur DAPD. Weiterhin fehle jede Spur zu der 54-Jährigen. Die Suche nach der Entführten werde aber vorerst nicht abgebrochen.
Mittlerweile gingen 450 und 500 Hinweise aus der Bevölkerung ein, wie der Sprecher weiter sagte. Hoffnungen setzen die Ermittler nun auf einen Haustürverkäufer, der am Mittwoch in der Wohngegend der Frau und damit in der Nähe des Tatorts unterwegs war und etwas beobachtet haben könnte. "Er könnte ein wichtiger Zeuge sein", erklärte Ott und betonte: "Der Mann wird nicht als Verdächtiger, sondern als Zeuge gesucht."
Polizei hofft auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung
Am Sonntagabend schaltete die Polizei für Hinweise aus der Bevölkerung zusätzlich zur Polizei-Hotline ein vertrauliches Telefon, bei dem Nachrichten auf Band gesprochen werden können. Bis Montagnachmittag gingen darauf den Angaben zufolge zehn bis 15 Anrufe ein. Die Polizei hoffe, dadurch weitere Zeugenaussagen und Informationen zu erhalten, sagte Ott. Zu dem Täter gebe es seit der Entführung am Mittwoch keinerlei Kontakt.
Der Sprecher rief die Bevölkerung daher dringend zur weiteren Mithilfe auf. Die Familie der Entführten wiederholte ihren Appell an den oder die Entführer. Sie hat 50.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung von Auto und Handy der Frau, die am Freitag gefunden worden waren, lagen am Montag zunächst noch nicht vor, wie der Polizeisprecher weiter erklärte.
Die Frau eines Sparkassendirektors ist nach Einschätzung der Ermittler inzwischen in einer lebensbedrohlichen Lage. Entweder ist sie schon die ganze Zeit in der Gewalt eines Entführers, der sich nicht mehr meldet, "oder sie ist in einer hilflosen Lage und kann sich nicht selbst versorgen", wie ein Polizeisprecher sagte.
Die Frau war nach den Ermittlungen der Polizei am Mittwochmorgen aus dem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim entführt worden. Der Entführer hatte am Mittwoch gegen 11.20 Uhr angerufen und ein hohes Lösegeld gefordert. Er ließ auch die Entführte kurz etwas sagen. Sie konnte ihrem Mann nur kurz mitteilen, dass der Täter sie mit dem Tod bedroht habe. Der Bankier deponierte wie vom Täter verlangt Geld neben der A7, das jedoch nicht abgeholt wurde.
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