Schlag gegen Tabakmafia: Zollfahnder stellen 640 Millionen Zigaretten sicher
zuletzt aktualisiert: 28.11.2008 - 14:58Köln (RPO). Eine unglaubliche Zahl: Ein großer Schlag gegen den organisierten Zigarettenschmuggel in Europa ist der deutschen Zollfahndung gelungen. Wie der Zoll am Freitag in Köln mitteilte, wurden in dem von der Staatsanwaltschaft Oldenburg geleiteten Verfahren 640 Millionen unversteuerte Zigaretten sichergestellt.
Bei Aktionen in Deutschland, Griechenland und Belgien wurden 28 Personen festgenommen, allein in Deutschland richten sich die Ermittlungen gegen 79 Beschuldigte. Der verhinderte Steuerschaden beläuft sich den Angaben zufolge auf 108 Millionen Euro.
Nach Angaben der Behörden handelt es sich um das bislang größte Ermittlungsverfahren gegen den organisierten Zigarettenschmuggel. Die Untersuchungen fanden in Abstimmung mit Fahndern in Belgien und Griechenland statt und zogen sich über zwei Jahre hin. Bei verdeckten Ermittlungen im Raum Bielefeld konnten drei Personen festgenommen werden, denen sieben Schmuggeltransporte aus Griechenland nachgewiesen wurden. Mittlerweile wurden die Beschuldigten schon zu Haftstrafen verurteilt.
Mehr als 20 Lager und Umschlagorte in Deutschland machten die Fahnder im Zuge der Ermittlungen ausfindig. Überdies wurden diverse Lagerstätten im Raum Lüttich/Gent in Belgien ermittelt und neun Tatverdächtige festgenommen. Bei Aktionen gegen Hintermänner im Raum Athen wurden überdies vier Beschuldigte festgenommen. Weitere Festnahmen gab es in Deutschland.
Laut den Ermittlungsbehörden schmuggelten die Beschuldigten neben einschlägig bekannten Zigarettenmarken auch bislang unbekannte Marken. Aufgrund der Größenordnung des Schmuggels sei von den Tatverdächtigen "eine nicht unwesentliche Gefahr für das Steueraufkommen der betroffenen EU-Mitgliedsstaaten" ausgegangen, hieß es.
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