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Katholischer Pfarrer aus dem Kongo zurückgetreten
Morddrohungen gegen dunkelhäutigen Pfarrer landen vor Gericht

Zorneding: Morddrohungen gegen dunkelhäutigen Pfarrer vor Gericht
Pfarrer Ndjimbi-Tshiende bekam Morddrohungen, nun landet sein Fall vor Gericht. FOTO: dpa, kne htf
Ebersberg. Ein als Rassist bekannter Rentner muss sich seit Montag wegen Morddrohungen gegen den dunkelhäutigen Ex-Pfarrer von Zorneding vor Gericht verantworten. Der 74-Jährige ist wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung angeklagt.

Er soll dem aus dem Kongo stammenden katholischen Geistlichen zwischen November 2015 und März 2016 mindestens zwei Schreiben mit ausländerfeindlich motivierten Morddrohungen geschickt haben.

Der Rentner aus München ist schon mehrfach als Rassist in Erscheinung getreten. Er schwieg zum Auftakt des Prozesses vor dem Amtsgericht Ebersberg. Zu der Verhandlung war als Zeuge auch der bedrohte Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende geladen, der nach den Morddrohungen von seinem Amt als Pfarrer zurückgetreten war. Der 67-Jährige forscht heute an der Katholischen Universität in Eichstätt zu Flucht, Vertreibung und Asyl.

Eigentlich hatte der Prozess schon am 18. Oktober beginnen sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht. Daraufhin erließ die zuständige Richterin Haftbefehl; zwei Tage später wurde der Mann gefasst.

Die rassistische Hetze gegen den Pfarrer von Zorneding bei München hatte bis ins Ausland hohe Wellen geschlagen. Auslöser der Drohungen waren fremdenfeindliche Äußerungen der Zornedinger Gemeinderätin Sylvia Boher (CSU) gewesen, die der Pfarrer scharf verurteilte. Daraufhin gingen Drohschreiben im Pfarramt ein. "Wir werden Dich auslöschen" oder "Wir schicken Dich in die Hölle" stand darin nach Angaben der Staatsanwaltschaft.

(heif/dpa)
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