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Chaos nach Sturm "Xavier"
Pro Bahn fordert stärkeren Grünschnitt entlang von Zugstrecken

Zugausfälle nach Sturm "Xavier": Pro Bahn fordert stärkeren Grünschnitt entlang von Bahnstrecken
Viele Bäume waren durch Sturm "Xavier" umgestürzt und auf Gleise gefallen. FOTO: dpa, rhi gfh
Hildesheim. Sturm "Xavier" ließ den Bahnverkehr in Teilen Deutschlands zusammenbrechen. Hätte die Bahn das Chaos vermeiden können, wenn sie die Bäume entlang der Strecken stärker beschnitten hätte? Das behauptet der Fahrgastverband Pro Bahn.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert Konsequenzen aus dem Chaos durch Sturm "Xavier". Die Deutsche Bahn müsse Bäume und Sträucher entlang der Hauptverkehrsstrecken besser beschneiden, sagte Niedersachsens Pro-Bahn-Chef Björn Gryschka am Freitag in Hildesheim.

Aufräumarbeiten nach Sturmtief "Xavier" FOTO: dpa, bvj tba

Bis zur Abschaffung der Dampfloks vor 40 Jahren habe es zehn Meter breite Brandschutzstreifen entlang der Gleise gegeben, die später schlichtweg zugewachsen seien, berichtete Gryschka. Früher seien die Bäume, die den Gleisen am nächsten stehen, kurz gehalten worden, damit sie nicht auf die Schienen fallen und dahinter stehende Bäume bei einem Unwetter auffangen können.

Deutsche Bahn kündigt stärkeren Grünschnitt an

Notfalls sei auch der Gesetzgeber gefordert, um zwischen dem Naturschutz und der Verlässlichkeit der Bahn eine Neugewichtung vorzunehmen, sagte Gryschka weiter. Wenn die Zuverlässigkeit des Fernverkehrs der Bahn durch das Wetter derart leide, führe dies zu einem erheblichen Imageschaden. Die Leute stiegen wieder verstärkt auf das Auto um, wenn sie sich auf die Bahn nicht verlassen könnten. "Wenn wir solche Systemschwächen sehen, muss unverzüglich gehandelt werden."

Mehr Anstrengungen zum Freihalten der Strecken von umstürzenden Bäumen forderte auch das in Norddeutschland fahrende Regionalbahnunternehmen Metronom. "Aktuell kann die Deutsche Bahn den notwendigen Grünschnitt teilweise aber gar nicht vornehmen, weil Umweltauflagen das Fällen von Bäumen verbieten", sagte Metronomsprecher Björn Pamperin.

Die Deutsche Bahn betonte, dass sie auf die klimatischen Veränderungen mit extremen Wetterlagen und gesperrten Strecken mit einem erweiterten Grünschnitt reagiere. Es seien bereits problematische Streckenabschnitte bestimmt worden, auf denen die Bäume über den üblichen sechs Meter breiten Streifen hinaus zurückgeschnitten werden – unter Beachtung des Umwelt- und Naturschutzes. Fast 400 Kilometer Strecke sollen bis Ende 2017 nach dem neuen Verfahren bearbeitet sein.

(wer/dpa)
 
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