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Fragen und Antworten
Die wichtigsten Fakten zum Zugunglück in Bayern

Schweres Zugunglück bei Bad Aibling
Schweres Zugunglück bei Bad Aibling FOTO: dpa, kne fpt kno
Bad Aibling. In Oberbayern ist es am Dienstagmorgen zu einem schweren Zugunglück gekommen. Zwei Züge sind zusammengestoßen. Es gibt neun Tote und mehr als 80 Verletzte. Von Henning Bulka

Wir geben an dieser Stelle einen Überblick über den Stand der Informationen und klären erste Hintergründe des Unglücks.

Was ist passiert?

Tote und Verletzte bei Zugunglück in Bayern

In der Nähe von Bad Aibling im Kreis Rosenheim sind am Dienstag gegen 6.40 Uhr zwei Nahverkehrszüge frontal zusammengestoßen. Dabei haben sich die Triebwagen verkeilt. Ein Zug ist entgleist, mehrere Waggons sind umgestürzt.

Hier sehen Sie die ungefähre Unfallstelle:

Wie viele Opfer gibt es?

Bei dem Unfall sind laut einem Polizeisprecher acht Menschen ums Leben gekommen, darunter wahrscheinlich auch die beiden Lokführer. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Menschen würden vermisst und seien wahrscheinlich noch in den Trümmern der Züge, sagte ein Polizeisprecher.

Wer saß in den Zügen?

Laut dem Portal "mangfall24.de", das einen Polizeisprecher zitiert, saßen in den Zügen vor allem Pendler. Wegen der Faschingsferien seien - anders als sonst um diese Zeit - keine Schüler in den Zügen gewesen.

Der Betreiber der Züge, Transdev, hat unter der Nummer 0395 43084390 eine zentrale Hotline für Angehörige eingerichtet.

Wie ist es zu dem Unfall gekommen?

Die Unfallursache ist derzeit noch unklar. Die Strecke ist an der Unfallstelle eingleisig. In Bad Aibling gibt es laut einer Bahnsprecherin kein modernes elektronisches Stellwerk, sondern ein älteres Spurplan-Drucktastenstellwerk. Dieses arbeitet mit Relais, also elektrisch betriebenen Schaltern. Die Weichen und Signale für einen Zug werden von den Mitarbeitern von Hand über Knöpfe bedient, meist anhand eines Plans der Strecke. Moderne elektronische Stellwerke steuern Signale und Weichen dagegen über einen Computer, der die Sicherheit zusätzlich überprüft. Fachleute bezeichneten unserer Redaktion gegenüber die älteren Stellwerke mit Relais-Technik jedoch als "weiterhin sehr sicher", auch wenn sie teils schon mehrere Jahrzehnte alt sind.

Die Strecke in Bad Aibling sei außerdem mit der PZB-Technik (Punktförmige Zugbeeinflussung) ausgestattet, sagte die Sprecherin unserer Redaktion. Diese Technik bremst Züge in der Theorie durch Magnete automatisch, zum Beispiel wenn diese ein rotes Signal überfahren. Laut dem Portal "rosenheim24.de" ist die Strecke maximal für eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde zugelassen. Die Ermittlungen laufen.

Wer betreibt die Züge und die Strecke?

Die Züge auf der Strecke zwischen München und Rosenheim über Holzkirchen verkehren unter dem Namen "Meridian" und werden von der Bayerischen Oberlandbahn betrieben. Dieser private Bahnbetreiber ist Teil der Transdev GmbH, einer französischen Firma. Sie hat in Deutschland mehr als 5000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von knapp 850 Millionen Euro. Transdev bezeichnet sich als größter privater Nahverkehrsanbieter im lokalen Bahn- und Busbereich in Deutschland. Der Mutterkonzern Transdev ist mit 83.000 Mitarbeitern in 20 Ländern tätig. Zu den Anteilseignern gehören Caisse des Dépôts sowie Veolia Environnement.

Die Strecke, auf der die Züge verkehren, gehört dagegen laut der Bahnsprecherin - wie der Großteil des deutschen Schienennetzes -, der DB Netz, einer Tochter der Deutschen Bahn.

Mit Material von dpa, AFP und REU.

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