Wagen mit Propangas explodierte: Zugunglück: Osnabrück entging nur knapp Katastrophe
zuletzt aktualisiert: 18.03.2004 - 11:50Osnabrück (rpo). Die Stadt Osnabrück ist offenbar nur knapp einer Katastrophe entgangen. Nur etwa 500 Meter vom Hauptbahnhof entfernt waren in der Nacht 20 der 35 Wagen eines Güterzuges entgleist. Ein Wagen mit Propangas explodierte. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.
Der mit 50 Tonnen Propan-Butangas-Gemisch beladener Waggon explodierte und brannte aus. Die Stichflamme war etwa 80 Meter hoch. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.
Das Feuer griff auch auf die ebenfalls entgleiste Lokomotive des Güterzuges über, die vollständig ausbrannte. Beide Lokführer konnten sich retten. Sie erlitten einen Schock und mussten ärztlich betreut werden. Die Männer konnten vorerst nicht zum Unfallgeschehen befragt werden, sagte Bahnsprecher Hans-Jürgen Frohns in Hannover.
Während ein Waggon explodierte, blieben zwei weitere mit jeweils 50 Tonnen explosivem Propan-Butangas-Gemisch beladene Kesselwagen sowie ein Waggon mit 50 Tonnen brennbarem Propylen-Gas unversehrt. Die übrigen Wagen hatten nach Angaben der Bahn kein Gefahrgut geladen.
Das Unfallort wurde weiträumig abgesperrt. Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, konnten am Morgen aber wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, teilte ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes (BGS) mit. Rund 200 Rettungskräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei und BGS waren pausenlos im Einsatz.
Der nach der Explosion entstandene Brand konnte erst nach mehreren Stunden am Morgen gelöscht werden. Das aus einem beschädigten Kesselwagen austretende Propan-Butangas sei gezielt abgebrannt worden, damit es nicht ins Erdreich gelangte, sagte ein BGS-Sprecher. Der Waggon wurde ebenso wie die anderen entgleisten Gefahrgutwagen von der Feuerwehr gekühlt. Die Explosionsgefahr sei gebannt.
Am Vormittag begannen die Bergungsarbeiten für die Kesselwagen. Das Gefahrgut sollte umgepumpt und die Waggons aufgerichtet worden. Nach Bahnangaben müssen das Gleis auf Schäden überprüft und die beschädigte Oberleitung repariert werden. Die Höhe der Sachschäden sei bislang unbekannt.
Der Güterzug war auf dem Weg von Maschen bei Hamburg nach Hagen in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Bahn bleibt die Strecke Osnabrück - Diepholz - Bremen bis auf weiteres gesperrt.
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