Frankfurt am Main: Zwei mutmaßliche Terrorhelfer verhaftet
zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 17:23Karlsruhe (RPO). Das Bundeskriminalamt hat in der Nähe von Frankfurt zwei mutmaßliche Terrorhelfer festgenommen. Den beiden 27-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, die "Islamische Jihad Union" (IJU) unterstützt zu haben, wie die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Beide Beschuldigte wurden nach ihrer Festnahme am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ, wie die Behörde weiter mitteilte.
Die beiden Männer sollen von einem Mitglied der sogenannten Sauerland-Terrorgruppe angeworben worden sein. Einen direkten Zusammenhang zu den Anschlagsplänen der Terrorgruppe gebe es aber nicht, erklärte die Bundesanwaltschaft.
Bei den Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um einen Deutschen afghanischer Herkunft und einen Türken. Dem Deutschen Omid S. wird vorgeworfen, auf Betreiben des im vergangenen Jahr im Sauerland festgenommen Terrorverdächtigen Adem Yilmaz im Mai 2007 in Ausbildungslager der IJU im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet gereist zu sein und dort bis September 2007 eine Kampfausbildung absolviert zu haben. Später soll er auch Mitglied der Vereinigung im Ausland gewesen sein.
Weitere Reise in Ausbildungslager war bereits geplant
Auch soll er Ausrüstungsgegenstände gekauft und bei seiner Reise an Verantwortliche der IJU übergeben haben. Noch im September hatte er den Angaben zufolge eine erneute Reise in das Einflussgebiet der Vereinigung geplant, die nur durch die Festnahme vereitelt worden sei.
Auch der Türke Hüseyin Ö. soll auf Betreiben von Yilmaz zu einer solchen Ausbildung gereist sein. Er sei aber von pakistanischen Sicherheitsbehörden aufgegriffen worden. Darüber hinaus legt die Ermittlungsbehörde Hüseyin Ö. zur Last, Ausrüstung beschafft zu haben - darunter Moskitonetze, Taschenlampen, MP3-Spieler, Akkus und ein Fernglas.
Kontakte zur Sauerlandgruppe nicht Grund für Verhaftung
Bereits am Freitag vergangener Woche war ein mutmaßlicher Unterstützer des Terrornetzwerks Al Kaida in Baden-Württemberg festgenommen worden. Auch dieser soll im Kontakt mit der Sauerlandgruppe gestanden sein, aber auch hier war das laut Bundesanwaltschaft "nicht ursächlich für die Festnahme".
Anfang September hatte die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die drei mutmaßlichen Mitglieder der vor rund einem Jahr im Sauerland festgenommenen Terrorgruppe erhoben. Den Angeklagten Fritz Gelowicz, Daniel Schneider und Adem Yilmaz wird vorgeworfen, als Mitglieder der "Islamischen Jihad Union" im Ausland und zugleich als Mitglieder einer deutschen Zelle dieser Gruppierung terroristische Anschläge gegen amerikanische Einrichtungen in Deutschland vorbereitet zu haben.
Das Trio war am 4. September 2007 in einer spektakulären Aktion im sauerländischen Medebach-Oberschledorn festgenommen worden. Sie sollen unter anderem Anschläge auf die US-Basis Ramstein geplant haben. Schon vor der Festnahme hatten Ermittler heimlich zwölf Fässer mit Chemikalien ausgetauscht, die den dreien offenbar zum Bombenbau dienen sollten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







