Zwei Bahn-Mitarbeiter zogen Nothalt: Zwei Notbremsungen stoppten entgleisten ICE in Köln
zuletzt aktualisiert: 15.07.2008 - 13:13Köln (RPO). Gleich zwei Bahnmitarbeiter haben in dem in Köln entgleisten ICE praktisch gleichzeitig die Notbremse gezogen. Einer der Männer sei im Dienst, der andere als Reisender in dem Zug gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag.
Man wolle beide als Zeugen zu dem Unfall vom vergangenen Mittwoch befragen. "Wir interessieren uns dafür, was sie bemerkt oder gehört haben."
In den vergangenen Tagen hatten Berichte für Verwirrung gesorgt, nach denen ein Mitreisender und nicht ein Bahnangestellter die Notbremse zog. Der WDR zitierte am Sonntag mehrere Augenzeugen.
Diese berichteten, ein Fahrgast sei an die Notbremse gesprungen und habe den Zug angehalten. Die Bahn teilte hingegen mit, das Personal habe den Zug gestoppt und möglichen Schaden abgewendet.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte nicht sagen, wann die beiden Zeugen befragt werden sollen. Darüber hinaus gebe es keine weiteren Erkenntnisse. Man warte auf das Gutachten zur Unfallursache. Die Anklagebehörde ermittelt wegen des Verdachts auf Gefährdung des Bahnverkehrs.
Am vergangenen Mittwoch war ein ICE der dritten Generation wegen eines Achsendefekts beim Ausfahren aus dem Kölner Hauptbahnhof entgleist. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.
Jedoch startete die Bahn danach einen umfangreichen Sicherheitscheck bei allen 67 Zügen der Baureihe, was zu starken Einschränkungen im Fernverkehr führte. Als Konsequenz aus dem Unfall sollen die ICE künftig alle 60.000 und nicht alle 300.000 Kilometer routinemäßig in den Werkstätten überprüft werden.
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