Gedenkstätte Buchenwald: Zwei Tatverdächtige nach Hackerangriff ermittelt
zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 15:50Erfurt (RPO). Eine Woche nach dem Hacker-Angriff auf die Internetseiten der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sind zwei Tatverdächtige ermittelt worden. Die Polizei sei den beiden 28- und 31-jährigen Brüdern über die Abrechnungsdaten eines Telefonanbieters auf die Spur gekommen.
Die Männer stammten aus dem sächsischen Pirna, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des MDR Thüringen. Die Männer bestreiten die Tat. Sie sind weiter auf freiem Fuß.
Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) stellten bei einer Wohnungsdurchsuchung am Mittwoch einen Computer sicher, von dem der Angriff auf die Online-Auftritte der Gedenkstätten erfolgt sein soll. Die Daten werden dem Sprecher zufolge nun vom BKA ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Computer-Sabotage. Bei einer Verurteilung drohten Geldstrafen oder Haftstrafen bis zu drei Jahren.
Die zwei Verdächtigen sind den Angaben zufolge bisher nicht vorbestraft. Ob sie der Neonazi-Szene angehören, ist dem Sprecher zufolge noch unklar.
Die Hacker hatten sich Mitte vergangener Woche Zugang zum Server der Gedenkstätten verschafft und die Onlineauftritte durch Seiten mit rechtsextremer Symbolik und Parolen ersetzt. Mehrere Fotos und Texte wurden gelöscht, darunter die Online-Ausgabe des Totenbuchs, das die Namen von rund 38 000 Opfern des Naziregimes umfasst. Das Internetangebot wurde inzwischen weitgehend wieder hergestellt. Gedenkstätten-Leiter Volkhard Knigge hatte den Angriff als "Schändung" verurteilt.
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