Lörrach: Zwei Tote bei Familiendrama
zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 - 16:27Lörrach (RPO). Bei einem Familiendrama im baden-württembergischen Lörrach hat ein Mann seine Lebensgefährtin und sich selbst getötet. Die 13 Jahre alte Tochter der Frau wurde schwer verletzt. Der 45-Jährige erschoss nach Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft vermutlich wegen Beziehungsstreitigkeiten in der Nacht zum Dienstag zunächst seine 33 Jahre alte Freundin in der gemeinsamen Wohnung und anschließend sich selbst.
Auch die Tochter der Frau wurde durch einen Schuss in die Brust schwer an der Lunge verletzt. Ob es sich dabei um Absicht oder einen Querschläger handelte, ist bislang unklar.
Das Mädchen ist nach einer dreistündigen Operation in einer Baseler Klinik außer Lebensgefahr, aber noch nicht vernehmungsfähig. Das Mädchen konnte in der Tatnacht noch schwer verletzt per Telefon ihre Tante und ihren Onkel anrufen, die die Polizei alarmierten. Ein gemeinsamer zweijähriger Sohn des Paars blieb unverletzt. Er steht nun unter der Vormundschaft des Jugendamts.
Opfer hatten Kopfschüsse
Die Leichen lagen jeweils mit einem Kopfschuss im Eingangsbereich der Vierzimmerwohnung, in der die 13-Jährige ein eigenes Zimmer bewohnte. Die Polizei fand bislang drei Patronenhülsen und stellte die Tatwaffe sicher. Ob der Kfz-Techniker einen Waffenschein besaß, ist noch unklar. Der Mann ist polizeibekannt und wurde bereits wegen eines Eigentumsdelikts verurteilt. Vor rund drei Jahren erhielt er außerdem eine Anzeige wegen eines Beziehungsstreits mit einer anderen Frau.
Mit seiner aktuellen Lebensgefährtin, einer Brasilianerin, war der 45-Jährige seit Herbst 2007 zusammen. Es hatte laut den Ermittlern schon vor der Tat Auseinandersetzungen gegeben. So war die Polizei in der vergangenen Woche wegen eines Beziehungsstreits gerufen worden. Was der Anlass für den tödlichen Streit war, konnten die Ermittler bisher nicht herausfinden. Am Montag hatte die Frau Geburtstag. Die Wohnung war für eine Party geschmückt.
Die Toten sollen am Mittwoch obduziert werden. Gerichtsmediziner untersuchten den Tatort. Eine 12-köpfige Ermittlungsgruppe soll den Fall aufklären.
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