Plauen: Zweite Babyleiche gefunden - Vorwurfe gegen die Mutter
zuletzt aktualisiert: 05.12.2007 - 11:56Plauen (RPO). Grausiger Fund in Plauen: Die sächsische Polizei hat bei den Ermittlungen wegen eines getöteten Säuglings eine weitere Kinderleiche gefunden. Gegen die Mutter der beiden würden nun schwere Vorwürfe erhoben, teilte die Polizei am Mittwoch in Zwickau mit.
Der jüngste Fund hänge mit dem Tod eines Säuglings zusammen, dessen Leiche in der vergangenen Woche gefunden wurde, so die Polizei. Weitere Angaben wollen die Staatsanwaltschaft Chemnitz und die Polizei am Nachmittag um 15 Uhr auf einer Pressekonferenz in Plauen mitteilten. Die zweite Leiche sei bereits am Dienstag entdeckt worden.
In der letzten Woche hatte die Polizei in der Abstellkammer eines Hauses in Plauen die Leiche eines neugeborenen Mädchens entdeckt. Gegen die 28 Jahre alte Mutter wurde Haftbefehl wegen Totschlagsverdachts erlassen. Sie soll die Leiche ihres kurz nach der Geburt 2002 zu Tode gekommenen Kindes bei einer Verwandten ohne deren Wissen versteckt haben. Die 28-jährige Mutter bestreitet eine Tötung.
Die 28-jährige Mutter soll die Leiche ihres getöteten Babys in einem Koffer versteckt haben. Anschließend bat sie offenbar Verwandte, den Koffer für sie aufzubewahren. So blieb der tote Säugling jahrelang unentdeckt. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Chemnitz, Siegfried Rümmler, am Donnerstag mitteilte, wurde gegen die Frau Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlages erlassen. Der mumifizierte Leichnam des im Jahre 2002 geborenen Mädchens sei obduziert worden. Das Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte Rümmler.
Nach seinen Angaben wurde das Verbrechen durch einen Zufall entdeckt. Das Gesundheitsamt Plauen habe die Mutter am Dienstag vorgeladen, weil das Kind wegen der bevorstehenden Einschulung eigentlich hätte ärztlich untersucht werden sollen. Das Gesundheitsamt habe aber lediglich die Mitteilung des Krankenhauses gehabt, in dem der Säugling am 28. Februar 2002 geboren wurde. Der Aufenthaltsort sei nicht bekannt gewesen. Das Kind war auch nirgendwo gemeldet, wie Rümmler sagte.
Bei der Befragung habe sich die Mutter in Widersprüche verwickelt und zunächst angegeben, die Geburt des Kindes verheimlicht zu haben, weil es sich um die Folge eines Seitensprungs gehandelt hatte. Das habe sie ihrem Lebensgefährten nicht erzählen wollen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien aber misstrauisch geworden und hätten die Polizei alarmiert, teilte der Sprecher weiter mit.
Den Beamten habe die Frau berichtet, dass sie den Säugling nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus ein bis zwei Tage später tot im Bett gefunden habe. Sie habe dann die Leiche in einen Koffer gelegt, und diesen in einem Haus bei Verwandten abgestellt. Dort habe er jahrelang unbemerkt gestanden. Rümmler sprach vom "familiären Umfeld". Die Betroffenen selbst hätten aber nichts vom Inhalt des Koffers gewusst. Die Frau sei festgenommen worden. Weitere Angaben machte Rümmler zunächst nicht.
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