Heilbronner Polizistenmord: Zweites Opfer weiter im Koma
zuletzt aktualisiert: 27.04.2007 - 12:33Heilbronn (RPO). Zwei Tage nach Mordanschlag auf zwei Polizeibeamte in Heilbronn liegt das männliche Opfer weiter im Koma. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Auf ein mögliches Motiv Rache wollen sich die Verantwortlichen nicht festlegen. Auch Spekulationen, der oder die Täter könnten Verbindungen zur Drogenmafia haben, wurden vorerst zurückgewiesen. Am Freitagnachmittag soll es für die getötete Polizistin einen Gottesdienst geben.
"Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Er wies zugleich Spekulationen zurück, wonach der Mord auf das Konto der Drogenmafia gehen könnte. Zwar werde auch in Richtung Drogenmilieu ermittelt. Ein Zusammenhang mit der Tat lasse sich aber bislang nicht herstellen.
Die Leiche der 22-jährigen Bereitschaftspolizistin und ein lebensgefährlich verletzter Kollege waren am Mittwoch beim Veranstaltungsgelände "Theresienwiese" in Heilbronn von einem Fahrradfahrer entdeckt worden. Sie lagen mit Kopfschüssen neben ihrem Dienstwagen. Ihre Dienstwaffen und die Handschellen fehlten. Die Polizei geht von mindestens zwei Tätern aus, weil auf die Polizisten aus zwei verschiedenen Waffen geschossen wurde. Dabei handelte es sich nicht um die Dienstwaffen.
Der lebensgefährlich verletzte 24-jährige Kollege der Getöteten befand sich auch am Freitag noch im Koma. Laut Polizei ist er in einem "stabilen, aber weiterhin kritischen Zustand". Unterdessen suchten die Ermittler im Zusammenhang mit einem Hinweis auf einen blutverschmierten Mann, der am Tatnachmittag in Heilbronn gesehen wurde, weiter nach Zeugen. Der Mann soll auf der Höhe einer Brücke beinahe eine Frau umgerannt haben und dann auf die Rückbank eines Autos gestiegen sein, das mit hohem Tempo davonfuhr.
Gottesdienst am Freitagnachmittag geplant
Die Heilbronner Polizei lehnte derweil eine Stellungnahme zu einer Äußerung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) ab, der am Donnerstag in einem Interview von einem möglichen Racheakt und einem gezielten Schlag gegen die Landespolizei gesprochen hatte. Die SPD wirft Oettinger vor, Ermittlungsdetails preisgegeben zu haben. Oettinger hatte auch erwähnt, dass aus zwei Waffen geschossen wurde, was zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht publik war.
Die Spekulationen um einen Zusammenhang mit der Drogenmafia wurden durch einen Zeitungsartikel initiiert. Darin wurde unter Berufung auf den Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtet, dass die Heilbronner Polizei vor kurzem mit einem Einsatz gegen die Drogenszene vorgegangen sei. "Da gab es große Verärgerung unter den Drogendealern", sagte Freiberg.
Für Freitagnachmittag war zum Gedenken an die getötete Polizistin in der Heilbronner Kilianskirche ein Gottesdienst geplant. Bereits am Vormittag wollte Oberbürgermeister Helmut Himmelbach am Tatort einen Kranz niederlegen. Im Rathaus wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich Trauernde eintragen können.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







