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Internationaler Drogenring
Polizei findet 400 Kilogramm Kokain auf Segelboot

Drogenring: Spanische Polizei findet vier Tonnen Kokain
Sichergestelltes Kokain. (Symbolbild) FOTO: dpa, chc vge fgj
Den Haag/Madrid. Die spanische Polizei ist einer großen Drogenbande auf die Spur gekommen: 400 Kilogramm Kokain, 13 Millionen Euro Bargeld, 105 Kilogramm Haschisch, 18 Luxusautos und drei Boote wurden beschlagnahmt - und Dutzende Verdächtige festgenommen.

Europäische Ermittler haben einen internationalen Ring von Drogenhändlern und Geldwäschern ausgehoben und Kokain im Wert von mehr als 100 Millionen Euro sichergestellt. In Spanien, Marokko und Deutschland seien insgesamt 40 Menschen festgenommen worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Freitag in Den Haag mit. Einer der Hauptverdächtigen ist ein spanischer Autohändler in Frankfurt am Main.

Drogen-Zentrale in Venezuela

Die Bande war nach dem Stand der Ermittlungen vor allem von Spaniern geleitet worden und hatte eine Zentrale in Venezuela. Deren Anführer sei noch flüchtig. Das Kokain war von Venezuela aus per Schiff nach Spanien transportiert und dann in Europa verkauft worden. Die Millionen Euro Einnahmen waren dann wieder nach Venezuela geschmuggelt worden.

An der Operation unter Leitung der spanischen Polizei waren auch Ermittler und Zollbehörden aus den USA, Deutschland, Italien und Marokko beteiligt. Europol sowie die europäische Justizbehörde Eurojust hatten die Aktion unterstützt.

Bereits 2016 hatte die spanische Polizei eine Bande entdeckt, die Drogen mit Segelbooten aus der ostspanischen Küstenstadt Denia nach Großbritannien schmuggelte. In einem Boot waren 400 Kilogramm Kokain in einem Versteck gefunden worden.

Spanier in Frankfurt spielte Schlüsselrolle bei Geldwäsche

Im Zuge der Ermittlungen stießen die Fahnder auch auf das Geldwäsche-Netzwerk und die Verbindung nach Venezuela. In der Nähe von Madrid etwa versteckte ein angeblicher Möbelhändler große Mengen Geld - vor allem 200 und 500 Euro-Scheine - in Holzmöbeln, die nach Venezuela verschifft wurden. In einer Ladung hatten die Fahnder acht Millionen Euro gefunden.

In Frankfurt spielte offenbar ein Autohändler eine Schlüsselrolle bei der Geldwäsche. Er hatte nach Informationen der spanischen Polizei von Deutschland aus die Aktivitäten der Bande in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla geleitet. Kurz vor seiner Flucht nach Venezuela sei er in Frankfurt festgenommen worden. Dank der Festnahme des Deutschen seien 15 Verdächtige in Spanien und Marokko dingfest gemacht und zahlreiche Durchsuchungen durchgeführt worden, wie die spanische Polizei mitteilte.

Der Anwalt des Mannes sagte allerdings der Deutschen Presse-Agentur, sein Mandant habe "keinerlei Angaben zur Sache" gemacht. Zwischen der Festnahme in Deutschland und weiteren Festnahmen bestehe keine Verbindung. Der Beschuldigte sitzt in Frankfurt in Auslieferungshaft.

(laha/dpa)
 
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