Trauerfeier im Dom zu Fulda: Dyba wird Freitag beigesetzt
zuletzt aktualisiert: 24.07.2000 - 19:42Fulda (dpa). Nach dem Tod des Fuldaer Bischofs Johannes Dyba wird die Bevölkerung am Dienstag Abschied von dem Oberhirten nehmen können. Sein Leichnam wird in der Michaelskirche aufgebahrt. Dyba war in der Nacht zum Sonntag im Alter von 70 Jahren an Herzversagen gestorben. Am Freitag soll er im Fuldaer Dom beigesetzt werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach der Bischofskonferenz unterdessen seine "aufrichtige Anteilnahme" zum Tode von Dyba aus. Sie verliere eine markante Stimme.
Dybas "Verdienste werden unvergessen bleiben", schrieb Schröder in einem am Montag in Berlin veröffentlichten Kondolenzschreiben an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Karl Lehmann. Dyba habe keine Kontroverse gescheut und sich und andere im Disput nicht geschont. "Erzbischof Dyba hat auf seine Art den deutschen Katholizismus mitgeprägt."
In allen Gemeinden der Diözese sollen am Dienstag eine Viertelstunde lang die Glocken läuten. Vor dem Dom, dem Generalvikariat und dem Stadtschloss wehten bereits am Montag Flaggen auf Halbmast. Die Totenmesse am Freitag wird der Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Degenhardt, halten, zu dessen Kirchenprovinz das Bistum Fulda gehört. An der Zeremonie wollen auch Lehmann und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) teilnehmen.
Nach dem Begräbnis wird ein Diözesan-Administrator gewählt, der das Bistum bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls verwaltet. Das Verfahren zur Bestimmung eines neues Bischofs Monate dauern.
Der Limburger Bischof Franz Kamphaus bezeichnete Dyba als "Mann des klaren und deutlichen Wortes". Er habe immer den klaren Standpunkt in Dybas Sorge um die Zukunft der Kirche geschätzt, schreibt Kamphaus nach Angaben des bischöflichen Ordinariats in Limburg in einem Beiliedsbrief. "Bei Johannes Dyba wusste ich, woran ich war", fährt Kamphaus fort, "auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, sind wir uns in Respekt und Achtung begegnet."
Mit Dyba verliere die katholische Militärseelsorge ihren Spitzenrepräsentanten in einer Zeit schwieriger Herausforderungen, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Paul Breuer. Die CSU bezeichnete den Tod Dybas als "einen schmerzlichen Verlust für das gesamte katholische Deutschland". Die Deutlichkeit, mit der er seine Überzeugungen zum Ausdruck gebracht habe, sei nur selten in der Formulierung zu übertreffen gewesen, sagte der Beauftragte der CSU-Landesgruppe für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Klaus Holetschek.
Lob an klaren Aussagen
Die Aktion Leben in Fulda lobte Dybas Einsatz für das ungeborene Leben. "Seine klaren Aussagen zu christlichen Grundwerten und zur Moral kamen aus seinem überzeugten katholischen Glauben und widersprachen damit oft dem Zeitgeist", teilte die Organisation mit, die Abtreibungen bekämpft.
Nach Ansicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" besteht für die Zukunft des Bistums Fulda und die katholische Kirche in Deutschland eine Chance, schrittweise aus ihrer inneren Zerstrittenheit herauszufinden. Vor allem die jahrelangen Auseinandersetzungen um die Schwangerenberatung hätten zu Konflikten geführt. Im Alleingang hatte Dyba schon 1994 den Beratungsstellen seiner Diözese die Ausgabe von Beratungsscheinen verboten, die Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung sind.
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