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Atlanta
Eine Flasche geht um die Welt

Atlanta. Die Coca-Cola-Flasche wird heute 100 Jahre alt und ist beliebter denn je.

Cola-Kenner in den USA achten heute genau darauf: Aus Glas muss sie sein und in Mexiko hergestellt, nur dann schmecke die Brause darin. Wer da Dosen und Plastik verschmäht, hält zugleich eine Stil- und Kunstikone in der Hand. Die Coca-Cola-Flasche gehört nicht nur zu den bekanntesten Verpackungen der Welt, sie war auch ein Star der Pop Art und beflügelt noch heute - wenn von Andy Warhol gemalt - den Kunstmarkt. Heute wird die Flasche 100 Jahre alt.

Dabei hatte, das muss man sich vorstellen, der Coca-Cola-Erfinder nie daran gedacht, seine Brause überhaupt abzufüllen. Vom Fass sollte sie verkauft werden, mehr Bedarf gebe es wohl nicht. Joseph Biedenharn, Sohn deutscher Einwanderer, sah das anders und zapfte 1894 die Limonade in Flaschen. Ohne Wissen der Mutterfirma. Der Erfolg war so groß, dass Coca-Cola selbst das Geschäft übernahm - und dass Fälscher auf den Zug aufsprangen. Auf den Falschflaschen stand Koka-Nola, Ma Coca-Co, Toka-Cola oder Koke. Etwas Unverwechselbares musste her.

Die Flaschen erinnerten damals an etwas, in das man Bier oder Medizin abfüllt. Coca-Cola forderte Designer auf, eine Flasche zu entwickeln, die man sofort erkennt, "selbst wenn man sie im Dunkeln ertastet oder nur kaputt in Scherben sieht". Earl R. Dean entwarf eine bauchige Flasche mit Riefen in einer Farbe namens "German Green". Das wurde später zwar in "Georgia Green" umbenannt, blieb aber bis heute. Die Flasche war noch bauchiger als heute. Das sah gut aus, vertrug sich aber nicht der Abfüllanlage. Also wurde sie schlanker - und zur Ikone. Kenner setzen auf Glas und auf Mexiko, weil dort die Cola mit Zucker gesüßt wird und nicht wie in den USA mit viel billigerem Maissirup.

(dpa)
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