Tödlicher Streit im Kreiskrankenhaus: Elmshorn: 83-Jähriger erdrosselt MS-Kranken
zuletzt aktualisiert: 31.10.2000 - 12:32Elmshorn (dpa). Ein verwirrter 83-jähriger Patient hat im Kreiskrankenhaus Elmshorn (Schleswig-Holstein) seinen wehrlosen Bettnachbarn erdrosselt. Das bestätigte am Dienstag die Polizei. Der schwer an Multipler Sklerose (MS) erkrankte, fast bewegungsunfähige 35-Jährige war von einer Nachtschwester am Montag mit einem Infusionsschlauch und einer Mullbinde um den Hals gefunden worden.
Offenbar habe sich der 83-Jährige über seinen Bettnachbarn geärgert hieß es. Der Greis werde wegen so genannter Altersdemenz als schuldunfähig eingestuft. Der Getötete habe sich wegen seiner fortgeschrittenen MS- Erkrankung gegen den Angriff des 83-Jährigen nicht wehren können.
Er war am Vortag wegen einer fiebrigen Infektion aufgenommen und mit Infusionen behandelt worden. Einer der Schläuche und eine Mullbinde waren fest um seinen Hals gezogen, als die Nachtschwester den noch röchelnden Mann fand. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche starb der 35-Jährige wenig später.
Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab als Todesursache Erdrosseln. Der mutmaßliche Täter war wegen Herzschwäche ins Krankenhaus eingewiesen worden. Der alte Mann habe sich wahrscheinlich in seiner Nachtruhe gestört gefühlt.
Der 83-Jährige bestreitet die Tat, habe jedoch darauf bezogene Äußerungen gemacht, sagte ein Polizeisprecher. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







