Erste Absage in der 53-jährigen Geschichte: Emmy-Verleihung in Los Angeles nach Militäraktionen abgesagt
zuletzt aktualisiert: 08.10.2001 - 07:51Los Angeles (rpo). Die diesjährige Verleihung der Emmy-Awards ist abgesagt worden. Die Militäraktionen in Afghanistan sorgten für diesen Schritt.
"Wir dachten, dies ist einfach nicht die Zeit zu feiern, auch wenn wir es sehr gerne wollten", sagte der Präsident der Akademie für Kunst und Wissenschaft, Jim Chabin. Die Ankündigung kam kurz nach den amerikanischen und britischen Angriffen auf Afghanistan, während die Moderatorin der Veranstaltung, Ellen DeGeneres, sich schon auf ihren Auftritt vorbereitete. Kurze Zeit später wurde der rote Teppich wieder aufgerollt, Blumendekorationen entfernt und riesige "Emmy"-Statuen abgebaut. Chabin sagte, es habe keine Sicherheitsbedenken gegeben, sondern nur die Frage, ob unter den gegebenen Umständen eine solche Show angemessen sei. "Das ist ein Opfer, das wir für das Land gerne bringen", erklärte er. "Es wird eine Zeit für eine andere Show geben."
Der Vorsitzende der Akademie, Bryce Zabel, sagte, noch sei nicht über eine Absage entschieden. "Wir hatten sehr wenig Zeit, darüber nachzudenken", erklärte er. Doch auch wenn die Verleihung nicht stattfinden würde, sollten trotzdem alle Gewinner ihre Statuen erhalten. Die Verleihung der "Emmys" wäre die erste große Fernsehshow nach den Terroranschlägen gewesen. Zuvor war bereits die Verleihung der Latin Grammys abgesagt worden, die am 11. September stattfinden sollte; die "Emmy"-Verleihung war ursprünglich für den 16. September geplant.
>>> Special zu den Anschlägen
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