TV-Bericht über Tod durch Variante von Creutzfeld-Jakob-Krankheit: England leidet mit 14-jährigem Rinderwahn-Opfer
zuletzt aktualisiert: 28.10.2000 - 17:34London (AP). In Großbritannien ist am Samstag ein 14-jähriges Mädchen an der Creutzfeld-Jakob-Krankheit gestorben, der menschlichen Variante des Rinderseuche BSE. Das Schicksal von Zoe Jeffries hatte landesweit Aufsehen erregt, weil die Mutter des Mädchens in dieser Woche Fernsehteams den langsamen Verfall der 14-Jährigen filmen ließ.
Die britischen Nachrichtenagentur PA berichtete, ein Polizeisprecher habe den Tod des Mädchens mitgeteilt und den Wunsch der Familie nach privater Trauer zum Ausdruck gebracht.
Die Bilder des teilnahmslosen Mädchens, die der Sender "Channel 4" ausstrahlte, hatten die britische Öffentlichkeit erschüttert, weil sie die zerstörerische Kraft der Krankheit deutlich zeigten. Die 39-jährige Mutter des Mädchens beschrieb den Beginn der Krankheit: "Eines Morgens stand sie auf und hat nichts mehr getan. Sie hat einfach nur geweint. Es war, als ob sie als eine Person zu Bett gegangen wäre und als eine völlig andere wieder aufstand." Im April diagnostizierten Ärzte laut PA schließlich die neuere Variante von Creutzfeld-Jakob. Zoes Mutter berichtete in dem Fernsehbeitrag auch, dass ihre Tochter am liebsten Rindfleischburger aß. Im Alter von zweieinhalb bis fünf Jahren habe sie ihrer Tochter mindestens drei Mal pro Woche Rindfleisch zu essen gegeben. Nach Ansicht von Wissenschaftlern kann Creutzfeld-Jakob beim Menschen durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Fleisch ausgelöst werden.
Erst am Donnerstag hatte die britische Regierung Creutzfeld-Jakob-Kranken finanzielle Hilfe in Millionenhöhe versprochen. Gesundheitsminister Alan Milburn erklärte, er werde in der kommenden Woche eine Million Pfund (3,36 Millionen Mark) für die Entschädigung und Pflege der Erkrankten zur Verfügung stellen. Lord Phillips, der Leiter zweieinhalbjähriger Untersuchungen, legte dem Unterhaus am Donnerstag den Bericht seiner Kommission vor. Danach werfen die Experten den Behörden insbesondere Fehler in ihrer Informationspolitik im Verlauf der BSE-Krise vor. Die EU hob im August 1999 das Importverbot für britisches Rindfleisch auf. Außerhalb der EU weigern sich mehr als 40 Länder, darunter die USA, Australien und die Schweiz, britisches Fleisch einzuführen.
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