Obduktion soll neue Erkenntnisse bringen: Erneuter Selbstmordversuch an Göltzschtalbrücke
zuletzt aktualisiert: 28.08.2001 - 11:41Reichenbach (rpo). Nach den drei Selbstmorden an der Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtland hat ein weiterer Jugendlicher versucht, sich von der Brücke zu stürzen. Der junge Mann wurde jedoch am Montag von einer Streife des Bundesgrenzschutzes (BGS) festgehalten und einem Arzt übergeben, wie eine Sprecherin des Bundesgrenzschutzamtes Chemnitz am Dienstag berichtete.
Nach dem Tod von drei 14, 17 und 18 Jahre alten Jugendlichen am Wochenende habe der Bundesgrenzschutz seine Kontrollen rund um die 78 Meter hohe Brücke bei Reichenbach verstärkt.
Nach dem Selbstmord von drei Jugendlichen erhofft sich die Staatsanwaltschaft Plauen heute erste Aufschlüsse von der Obduktion. Am Nachmittag soll das Ergebnis der Obduktion der drei Toten vorliegen. Davon erhoffen sich die Ermittler unter anderem Aufschlüsse darüber, ob die Jugendlichen Drogen genommen hatten.
Die Staatsanwaltschaft Plauen prüft auch, ob der mysteriöse Suizid einen satanischen Hintergrund hat. Der 18-Jährige und der 14-Jährige hatten sich aneinander gefesselt, bevor alle drei in den Tod sprangen. In einem von zwei Abschiedsbriefen waren ein auf der Spitze stehender fünfzackiger Stern, ein auf den Kopf gestelltes Kreuz und die Zahl 666 gefunden worden. Aus dem Text der Briefe ging allerdings laut Staatsanwaltschaft kein weiterer Zusammenhang mit satanischen Sekten hervor.
Schulbehörden haben keine Hinweise auf Satanismus
Die Schulbehörden in Sachsen hatten keine Hinweise auf einen satanistischen Hintergrund des Selbstmords. Der 14-Jährige, der eine Schule in Reichenbach besuchte, war demnach ein völlig normaler Schüler einer neunten Klasse. Über das persönliche Umfeld der beiden anderen Jugendlichen ist bislang nichts bekannt.
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