Interpol suchte Betrüger aus Tschechien: Erschossener Geiselnehmer stand vermutlich auf Fahndungsliste
zuletzt aktualisiert: 27.07.2000 - 21:38Prag (dpa). Der während einer Geiselnahme am Mittwoch von der griechischen Küstenwache erschossene Gewalttäter war vermutlich ein von Interpol gesuchter Betrüger aus Tschechien. Nach Informationen der Prager Nachrichtenagentur CTK hatte der 38-Jährige Ende Februar bei seinem Arbeitgeber, einem nordböhmischen Textilunternehmen, etwa 160 000 Kronen (rund 8 400 Mark) unterschlagen und war verschwunden.
Tschechische Behörden wollten dies am Donnerstag zunächst nicht bestätigen. Der Mann hatte Vortag 14 Stunden lang sechs Personen auf einer Yacht gefangen gehalten, darunter fünf Urlauber aus der Schweiz. Er wollte nach Casablanca (Marokko) gebracht werden.
Bei einem Schusswechsel mit der Küstenwache wurde er tödlich getroffen. Er trug eine tschechische Waffenbesitzkarte bei sich. Nach CTK-Angaben war der Mann 1987 aus der damaligen CSSR nach Deutschland emigriert. Später habe er sich der Fremdenlegion angeschlossen. Nach seiner Rückkehr nach Prag sei er an Hirnhautentzündung erkrankt und sei Ärzten zufolge nur noch eingeschränkt zurechnungsfähig gewesen. Behörden hätten mittlerweile bestätigt, dass der mit Haftbefehl Gesuchte vor einem Monat aus Bratislava nach Saloniki eingereist sei.
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