Operation in Singapur: Erster Schritt zur Trennung siamesischer Zwillinge erfolgreich
zuletzt aktualisiert: 07.04.2001 - 11:46Singapur (rpo). In einem Operationsmarathon haben zwei Ärzteteams in Singapur den ersten Schritt zur Trennung von zehn Monate alten siamesischen Zwillingen getan, die am Kopf zusammengewachsen sind.
Die erste Phase der Operation sei erfolgreich abgeschlossen, sagte der nepalesische Honorarkonsul in Singapur, M.N. Swami, am Samstag. Die Ärzte hatten am Freitag mit dem riskanten Eingriff an den beiden Mädchen Ganga und Jamuna Shrestha aus Nepal begonnen und bis in den Nacht hinein gearbeitet. Die Operation wurde am Samstag fortgesetzt.
Eine solcher Eingriff wurde weltweit bislang erst vier Mal ausgeführt und verlief nur ein Mal erfolgreich. Die Operation ist so gefährlich, weil Ganga und Jamuna sich einen Schädelraum teilen und ihre Gehirne in einigen Teilen zusammengewachsen sind. Wegen einer Infektion war der erste Versuch, die beiden zu trennen, im Dezember abgebrochen worden.
Nach ihrer Geburt hatte ein Neurochirurg in Nepal die Eltern der beiden Kinder nach Singapur verwiesen. Die Fluggesellschaft Singapore Airlines bezahlte den Flug für die Familie. Die Zeitungen in Singapur berichteten mehrfach über das Schicksal der Mädchen und ihre unterschiedlichen Charakterzüge. Bürger spendeten daraufhin etwa 650.000 Singapur-Dollar (780.000 Mark/400.000 Euro) für die Operation, die Nachsorge und die zukünftige Versorgung mit Medikamenten.
Das Krankenhaus verzichtete auf einen Teil seiner Bezahlung; Geld, das nach dem Eingriff noch übrig ist, soll in einen Fonds für die Kinder fließen.
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