Polizei befragt Zeugen: Experte: Serienmörder sind mitten unter uns
zuletzt aktualisiert: 21.06.2001 - 15:40Bremerhaven (rpo). Schreckensmeldungen wie die von den Taten des mutmaßlichen fünffachen Serienmörders aus Bremerhaven können sich jeden Tag wiederholen, sagt ein Düsseldorfer Kriminalist. Er glaubt, dass derzeit bis zu sieben Serienmörder in Deutschland unerkannt auf freiem Fuß seien.
Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders ist die Polizei mit Hochdruck dabei, Zeugen zu vernehmen und die Taten zu rekonstruieren. Die Ermittler haben weiter keine Anhaltspunkte dafür, dass der 31 Jahre alte Verdächtige über die gestandenen Taten hinaus für weitere Verbrechen verantwortlich ist, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bremen arbeitet die Polizei an einem Bewegungsbild des Verdächtigen Olaf D. Außerdem wollen die Bematen aus den Zeugenvernehmungen ein genaues Bild von seiner Persönlichkeit gewinnen.
Der Bremerhavener hatte letzte Woche gestanden, in der Zeit vom 5. bis 14. Juni fünf alte Frauen umgebracht zu haben. Er kannte die Opfer aus seiner Tätigkeit als Pfleger beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Bremerhaven. Als Tatmotiv nennt die Polizei Habgier. Olaf D. habe eine Freundin aus dem Rotlichtmilieu unterhalten. Zuvor arbeitete er in Cuxhaven, Anfang dieses Jahres vertretungsweise in Bremen. Der ASB hatte ihn wegen Unterschlagung entlassen.
Der Düsseldorfer Kriminalbeamte Stephan Harbort geht davon aus, dass fünf bis sieben Serienmörder unerkannt in Deutschland leben. "Und diese Täter haben etwa 35 bis 40 Morde begangen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Es könne allerdings sein, dass der eine oder andere wegen anderer Taten im Gefängnis sitze oder verstorben sei. Harbort stützt sich nach eigenen Worten auf die Untersuchung aller einschlägigen Akten.
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