Keine näheren Informationen bekannt: Fall Becker in London vor Gericht: Weiter Rätselraten um Vaterschaft
zuletzt aktualisiert: 05.02.2001 - 18:13London/Hamburg (dpa). Weiter Rätselraten um die angebliche uneheliche Tochter von Boris Becker: Es gab am Montagnachmittag zwar einen Gerichtstermin in London. Doch über den Ausgang der Anhörung vor dem High Court wurde zunächst nichts bekannt.
Die 33 Jahre alte Russin Angela Ermakowa, die von Becker die Anerkennung der Vaterschaft für ihre jetzt zehn Monate alte Tochter Anna verlangt, verließ das Gebäude des höchsten Londoner Zivilgerichts durch einen Hinterausgang in der Garage. Weder sie noch die sie begleitenden Anwälte sprachen mit den wartenden Journalisten über den Verlauf der rund 45 Minuten dauernden Verhandlung. Die Anwälte Beckers, der allem Anschein nach nicht persönlich in London war, betraten und verließen das Gebäude unbemerkt von der Presse.
Zuvor hatte es gehießen, es solle das Ergebnis eines DNA-Tests vor Gericht bekannt gegeben werden, dem sich Becker Ende Januar in London unterzogen hatte, um die Vaterschaft zweifelsfrei klären zu lassen.
Unterdessen kündigte der Anwalt von Barbara Becker an, sie wollte im Laufe des Montags in Miami eine Pressekonferenz geben. Weitere Details wurden nicht bekannt. Barbara Becker war nach der Trennung von Boris im Dezember vergangenen Jahres mit den beiden Söhnen Noah Gabriel (jetzt 7) und Elias Balthasar (1) von München nach Florida in die dortige Familienwohnung gezogen. Das Paar ist seit dem 15. Januar geschieden.
Sorge um gewissen "Daniel"
Doch auch knapp drei Wochen nach der Scheidung sorgt der Fall Becker gegen Becker weiter für Schlagzeilen. Der Ex-Tennis-Profi verteidigte in deutschen Medien seine groß angelegte Flucht nach vorn in der Aufarbeitung des Scheidungskriegs zwischen ihm und seiner Ex- Frau. "Ich meinte, dass ich gewisse Dinge zurechtrücken musste", sagte der 33-Jährige in der ARD. "Dass private Dinge in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, ist mir sehr unangenehm", erklärte Becker. In einem neunseitigen Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte der Ex-Tennis-Profi zuvor das Umfeld Barbaras für die Eskalation nach der Trennung verantwortlich gemacht. Im Zentrum stehe ein gewisser "Daniel".
Dabei handelt es sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Montag um den in Miami lebenden Geschäftsmann Daniel Deubelbeiss. Der 36-Jährige habe mit einer 1995 in Holland gegründeten Firma für Unruhe bei mehreren tausend Menschen gesorgt. Bei dubiosen Geschäften mit einem Schneeball-System hätten sie teilweise viel Geld verloren, berichtete das Blatt.
Barbara Becker äußerte sich in der Illustrierten "Bunte", wo sie die Scheidung als "schlimmsten Tag meines Lebens" bezeichnete. "Ich habe keinen Grund gesehen, diese Beziehung zu beenden", sagte die 34- Jährige. Sie habe ihren Söhnen eine Kindheit ohne Vater ersparen wollen. An der Scheidung trage jedoch auch sie Schuld. Nun vermisse sie ihren Ex-Mann. "Wenn ich jetzt aufwache, dann ist es immer so, als ob gleich ein Elefant auf mein Herz springt." Auch Boris Becker hatte die Scheidung im "Spiegel" als "die größte Niederlage" seines Lebens bezeichnet.
Becker ist unterdessen geschäftlich zu neuen Ufern aufgebrochen. Er gehöre zu dem neuen Management- und Gesellschafter-Trio der New Food AG aus dem bayerischen Ismaning. Das Unternehmen stelle gesunde und neuartige Lebensmittel her, berichtete Vorstandssprecher Friedrich Büse am Montag.
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