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Hamburg
Fall Böhmermann: Anwälte streiten vor Gericht

Hamburg. Im Prozess um Jan Böhmermanns Gedicht "Schmähkritik" haben sich die Anwälte des ZDF-Moderators und des türkischen Präsidenten Erdogan ein Wortgefecht um Meinungsfreiheit und Menschenwürde geliefert. Böhmermanns Anwalt Christian Schertz verwies gestern vor dem Hamburger Landgericht auf die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Mainz. Sie hatte die Ermittlungen gegen Böhmermann Anfang Oktober eingestellt. Die Staatsanwaltschaft habe den Tatbestand der Beleidigung verneint, sagte Schertz. Außerdem habe anschließend die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz festgestellt, dass es sich verbiete, einzelne Teile eines Kunstwerkes aus dem Zusammenhang zu lösen.

Der Anwalt von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Michael-Hubertus von Sprenger, betonte dagegen, die Strafermittlungen seien nur deswegen eingestellt worden, weil bei Böhmermann kein Vorsatz zu erkennen gewesen sei. Eine Strafsache sei jedoch etwas anderes als ein zivilrechtliches Verfahren, in dem es um die Frage gehe, ob das Gedicht eine Schmähung sei.

(dpa)
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