| 19.48 Uhr

Isringhaus 100
Platz 9: Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI

Hintergrund: Szenen aus "Akte X - Jenseits der Wahrheit"
Hintergrund: Szenen aus "Akte X - Jenseits der Wahrheit" FOTO: Verleih
Düsseldorf. Zwei zentrale Leitsätze beschreiben das Universum der US-Serie "Akte X": "Vertraue niemandem", vor allem aber "Die Wahrheit ist irgendwo da draußen". Das Vergnügen des Zuschauers bestand darin, sich dieser Wahrheit anzunähern, Woche für Woche, Fitzelchen für Fitzelchen, um dann doch festzustellen, dass Wahrheit ein recht dehnbarer Begriff ist. Von Jörg Isringhaus

Die Serie startete 1993 und war der ideale Stoff für die noch junge Internetgemeinde - Paranoia gegenüber der herrschenden Klasse plus ein Haufen kruder Verschwörungstheorien, das hatte genau den subversiven Charme, der das World Wide Web befeuerte.

Im Mittelpunkt stand dazu mit den FBI-Agenten Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) ein Traumpaar, das gegensätzlicher nicht sein konnte. Er ein ironischer Mystiker, sie die rationale Wissenschaftlerin. Internet-Foren befassten sich nur mit der Frage, wann es zwischen Mulder und Scully endlich nicht nur kollegial knistern würde. Daraus entstand das Phänomen der "Shipper", abgeleitet vom englischen Begriff relationship (Beziehung): Fans, die sich wünschen, dass fiktive Figuren zusammenfinden. Was an sich schon wieder Stoff für eine absonderliche "Akte-X"-Folge gewesen wäre.

Überhaupt, die Fälle. Serienerfinder Chris Carter mischte abgeschlossene Episoden über kuriose Phänomene und skurrile Morde ("Monster der Woche") mit einem übergeordneten Erzählstrang über eine Gruppe mächtiger Verschwörer, Konsortium oder Syndikat genannt, die eine geplante Invasion Außerirdischer unterstützt. Dazu zählte auch die Billigung, Menschen für medizinische Experimente zu entführen - wie Mulders Schwester. Während der Spuk ansonsten mit Selbstironie und Humor gebrochen wurde, blieb dieser Teil der Serie immer düster, bevölkert mit Attentätern, Überläufern und Verrätern.

"Akte X" traf den Zeitgeist, kombinierte "Twin Peaks" mit "Twilight Zone" und wagte es, eine Geschichte horizontal zu erzählen, also über Staffeln hinweg. Im Frühjahr gibt es sechs neue Folgen mit Mulder und Scully. Dass sie der Wahrheitsfindung dienen, ist nicht zu erwarten.

Info "Akte X", 1993-2002, 202 Folgen

Hier geht es zu den Plätzen 10 bis 100

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Isringhaus 100: Platz 9: Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.