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Platz 8: "Der Fahnder"

Platz 8: "Der Fahnder"
Einer der vielen Stars der Serie: Dieter Pfaff. FOTO: ARD
Düsseldorf. Die vielleicht beste deutsche Polizei-Serie punktete mit einer großartigen Schauspieler-Riege. Von Jörg Isringhaus

Als das Vorabendprogramm der ARD noch mehr bot als Dialekt-Komödien und Klinik-Telenovelas, gehörte eine Serie zum Pflichtprogramm: "Der Fahnder". Schon allein, weil sie mit Faber - der Vorname Hannes fiel fast nie - den bemerkenswertesten TV-Kommissar zu bieten hatte. Derrick war zu hölzern, Haferkamp zu gebildet, Schimanski zu forsch. Faber dagegen, grandios verkörpert von Klaus Wennemann, war ein Typ, den man zu kennen meinte: notorisch unter Zeitdruck, komplett unorganisiert, dabei getrieben von einem untrüglichen Gerechtigkeitssinn, was ihn besonders unleidlich machte gegenüber bürokratischen Hindernissen, meist in Gestalt von faulen Kollegen. Dieser Faber schien direkt aus dem echten Leben entnommen, ein Jedermann mit Stärken und Schwächen, der sich oft selbst im Weg steht. Wie man selbst.

Allerdings wussten auch die Drehbücher zu überzeugen. Angesiedelt in der fiktiven Stadt mit dem Auto-Kennzeichen G (nach der Wende GX, weil Gera das G beanspruchte), waren die Geschichten düsterer als der Durchschnitt, melancholischer, tiefgründiger. Stimmungsmäßig setzte "Der Fahnder" auf Blues, gewitzelt wurde eher kurz und meist mit bitterem Beigeschmack. Auch die Fälle ließen sich wie im Leben nicht immer klären; insofern blieb Faber ein ewig Suchender, der nach Erlösung strebt.

Unfassbar gut war auch die Darstellerriege: Hans-Jürgen Schatz als Fabers Assistent Max, Dieter Pfaff legte als verkaufstüchtiger Polizist Otto den Grundstein für eine große Karriere. Wie überhaupt beim Personal die gesamte heutige Schauspielerprominenz vorbeischaute - von Uwe Ochsenknecht und Jürgen Vogel über Katja Riemann und Heinz Hoenig bis Edgar Selge und Susanne Lothar, um nur einige zu nennen. Die Serie, das gilt für die Folgen eins bis 91 mit Wennemann, war ein Glücksgriff für das deutsche Fernsehen. Und, das ist selten, kann sich bis heute im Feld deutscher TV-Krimis behaupten.

Zu den Plätzen 9 bis 100 gelangen Sie hier.

Quelle: RP
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