| 11.42 Uhr

Neue Folgen des Serien-Klassikers
Akte X findet zu sich selbst – endlich

Science-Fiction-Serie «Akte X» ist zurück
Düsseldorf. Die dritte Folge des Akte-X-Reboots ist witzig, sie ist abgedreht und führt die Serie zur alten Größe. Und das wurde auch Zeit.  Von Ludwig Jovanovic

Fast hätte man die X-Akten nach den ersten zwei Folgen der Neuauflage bereits wieder ablegen können. Doch es scheint, als ob die Macher um den Serienschöpfer Chris Carter selbst erkannt haben, dass etwas fehlt und Vieles hakt. Unsere Agenten sind noch nicht in der "Neuzeit" angekommen. Und Fox Mulder stellt zu Beginn der dritten Episode auch gleich die Sinnfrage. Wer jetzt weiterlesen möchte: Es folgen einige kleinere Spoiler, aber keine großen Enthüllungen.

Mulder will wieder an das Unerklärbare glauben

In seinem alten Büro rätselt er, was das alles mit den X-Files noch soll. Er geht durch die alten Akten und will wieder an das Unerklärbare, das scheinbar Unmögliche glauben. Aber viele ungelöste Fälle sind mittlerweile aufgeklärt. Sei es durch Fortschritte in der Wissenschaft oder weil sie sich in den Zeiten des Internets schnell als Betrug oder Scherz entpuppten. Mulder ist deprimiert, steckt in der Midlife-Crisis und stellt sein bisheriges Leben infrage. Wie gut, dass es dann doch wieder ein Monster gibt. Zumindest versucht Scully ihn davon zu überzeugen, die in dieser Folge sehr bereitwillig scheint, daran zu glauben. Anders, als der desillusionierte und sich in dieser "neuen" Welt deplatziert fühlende Mulder. 

Witzig, absurd, ironisch und grandios

Der Fall führt die beiden zurück an den Ursprung. Buchstäblich. Sie finden sich in einem Wald in Oregon wieder, der auch in der allerersten Folge Anfang der 1990er eine Rolle spielte. Und die Geschichte nimmt danach eine intelligente, witzige, absurde und überraschende Wendung, die vor allem Mulder einen Spiegel vorhält – aber auch einigen der mittlerweile gealterten Fans der ersten Stunde.

Tricktechnik wird sehr zurückhaltend eingesetzt. Auch der große Storybogen setzt sich nicht fort. Vielmehr geht es um Fox Mulder, zum Teil auch um das Reboot selbst und darum, ob die Wahrheit tatsächlich noch da draußen ist oder nicht vielleicht doch bereits gefunden wurde. An sich schwerer Stoff.

Mulder lässt Scully gar nicht erst zu Wort kommen

Doch die Folge wirkt leicht, unterhaltsam und hat jede Menge Spaß dabei, einiges selbstironisch auf den Kopf zu stellen: Was an einer Stelle als Dialog zwischen den Agenten beginnen soll, mündet umgehend in einem Monolog. Denn Mulder wird von seiner Begeisterung so mitgerissen, dass er Scully erst gar nicht zu Wort kommen lässt, sondern immer wieder für sie antwortet. David Duchovny (Fox Mulder) und Gillian Anderson (Dana Scully) haben dabei offensichtlich endlich selbst wieder so viel Spaß an ihren Rollen, dass der Funke überspringt. Erst recht, wenn wir Scully ausnahmsweise in sehr außergewöhnlichen Posen sehen. 

Mulder und Scully feiern 20. Geburtstag von "Akte X" FOTO: ap, Evan Agostini

Am Ende findet Mulder zurück in die Spur. Nach dem versöhnlichen Ende glaubt man daran, dass die Agenten angekommen sind in der Neuzeit –  in einer der besten und witzigsten X-Files-Folgen. Und die ist etwas, worauf man sich freuen kann, wenn Akte X am 8. Februar auf Pro7 startet.

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