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Kultserie "Akte X"
Die vierte Folge will zu viel

Akte X Folge 4: Gillian Anderson alias Dana Scully beweist ihr Talent
"Akte X" gilt bis heute als Kultserie. FOTO: dpa_AP
Los Angeles . Nach der grandiosen dritten Folge durfte man hoffen. Darauf, dass die X-Akten, Fox Mulder und Dana Scully wieder in die Spur gefunden haben. Und die vierte Episode greift das auch dankbar auf – um dann aber nicht mehr weiter zu wissen. Achtung: Es folgen ein paar kleinere Spoiler. Von Ludwig Jovanovic

Die vierte Episode beginnt so mysteriös, wie man die X-Akten liebt: ein Bauprojekt, eine Umsiedlung von Obdachlosen, das herzlose Vorgehen der Entscheidungsträger – und die überaus brutalen Konsequenzen, die das für einige hat. Zwischen dem paranormalen Horror aber hat Mulder seinen Humor wiedergefunden. Er scheint wieder in seinem Element – ebenso wie die Serienmacher, die nicht mit zynischen Betrachtungen über die Akteure der Umsiedlung sparen.

Das hätte für eine Folge durchaus reichen können. Aber mittlerweile scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass diese zehnte Staffel nur sechs Episoden hat – und man mittlerweile bei der vierten angekommen ist. Recht schnell wird darum ein zweiter Handlungsstrang eingeführt. Der dreht sich um Scully und um ihre Mutter: Gillian Anderson darf endlich beweisen, dass sie eine ziemlich gute Schauspielerin ist.

Berührend und sehr emotional wird die Serie zu neuen Höhen geführt. Auch dieser Handlungsstrang alleine hätte für eine Episode gereicht. Beide Geschichten zusammen, die intime zwischen Scully und ihrer Mutter, und die paranormale – sie sind zu viel für eine Folge, die dadurch sehr schwerfällig und unentschlossen wirkt. 

Am Ende erzwungen und bemüht

Zumal man dann einmal mehr Scullys und Mulders Sohn in den rund 45 Minuten unterbringt und ihre Gewissenskonflikte, weil sie ihn zur Adoption freigegeben haben. Fast kann man glauben, dass die Macher um den Serienschöpfer Chris Carter keine andere Idee für diese Staffel hatten – außer eben diesen Sohn.

Sollen wir raten? Der wird definitiv eine große Rolle in der letzten Folge dieser Staffel spielen. Die Gewissensnöte von Scully und Mulder aber waren mittlerweile so oft Thema, dass es ermüdend ist. Wir haben es verstanden. Und die bemühte, erzwungene Verbindung der Handlungsstränge macht es auch nicht besser.

Man möchte die X-Akten endgültig abschließen

Diese vierte Episode zeigt, wo die Stärken von Akte X immer noch liegen können. Aber weil man sich vor allem in den ersten beiden Folgen sehr viel Zeit gelassen hat, überholt man sich gerade selbst und überfrachtet diese Folge. Ein Konzept für diese zehnte Staffel scheint zu fehlen. Mittlerweile kann man den Verdacht haben, dass auch keine elfte Staffel geplant ist. Vielmehr möchte man die X-Akten nun endgültig abschließen und das letzte große Rätsel lösen: das Schicksal von Scullys und Mulders Sohn.

Denn der ist bislang das eine tragende Thema. Die neue Verschwörungstheorie wirkt nicht sonderlich überzeugend, und vermutlich wird in der sechsten Folge dann doch wieder alles ganz anders sein. Aber angesichts der vielen verrückten Verschwörungstheorien im Internet kann das nicht mehr mitreißen. Die X-Akten haben sich überlebt.

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