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Interview mit Rudi Cerne
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Aktenzeichen XY ungelöst mit Rudi Cerne feiert 500 Folge
Rudi Cerne moderiert seit 2006 die Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". FOTO: ZDF, Thomas K. Schumann
Berlin. Die Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" hat nicht nur dazu beigetragen, den einen oder anderen Kriminalfall zu lösen, sondern hat auch eine große Fangemeinde. Am 14. Oktober läuft die 500. Folge. Wir haben mit Moderator Rudi Cerne gesprochen. Von Martin Weber

Ein Klassiker feiert Jubiläum: Am 14. Oktober läuft im ZDF die 500. Ausgabe von "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Mit Hilfe der 1967 gestarteten Fahndungssendung wurden nach Zuschauerhinweisen etliche Kriminalfälle aufgelöst. Um die fünf Millionen Zuschauer schalten regelmäßig ein. Seit 2002 moderiert Rudi Cerne (57) die Sendung.

Herr Cerne, seit 13 Jahren moderieren Sie "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Verfolgt Sie das Verbrechen nicht bis in den Schlaf?

Rudi Cerne Nein. Ich habe wie jeder andere zuweilen Angstträume, aber da geht es um Abiturprüfungen, die ich nicht schaffe, oder um den berühmten dreifachen Lutz, der mir bei den Olympischen Spielen einfach nicht gelingt. Der Leistungssport von früher beschäftigt mich in Träumen mehr als die Verbrechen von heute.

Gucken Sie sich Fernsehkrimis an?

Cerne Ja, ich würde mich sogar als TV-Junkie bezeichnen. Ich habe früher sehr gerne amerikanische Krimis geschaut, heute dann schon lieber deutsche Sachen wie "SOKO Leipzig" oder "Der Staatsanwalt" und den "Tatort". Dabei halte ich es wie mit Büchern: Wenn es nicht sofort klick macht und mich das Ganze nach spätestens einer Viertelstunde nicht fesselt, schalte ich wieder ab.

Wurden Sie selber schon mal Opfer eines Verbrechens?

Cerne Ja, als mir 1985 oder 86 in Südfrankreich mein Auto gestohlen wurde. Ich war damals als Eiskunstläufer mit "Holiday on Ice" unterwegs und hatte meinen nagelneuen BMW in Carcassonne geparkt, wo er nachts vom hell erleuchteten Parkplatz geklaut worden ist.

Haben Sie selber schon einmal gegen das Gesetz verstoßen?

Cerne Nicht, dass ich wüsste. Also abgesehen davon, dass ich mal zu schnell gefahren bin. Einmal war sogar der Führerschein für einen Monat weg. Ansonsten bin ich da relativ unspektakulär. Ich bin allerdings mal festgenommen worden.

Wie das?

Cerne Das war im Dezember 1978. Ich flog nach Düsseldorf, und im Flugzeug glaubte jemand, in mir den gesuchten Top-Terroristen Christian Klar erkannt zu haben. Das wurde per Funk an den Flughafen durchgegeben. Als ich aus dem Flugzeug stieg, kamen gleich Polizisten mit vorgehaltener Waffe auf mich zu.

Welche Verbrechen verabscheuen Sie am meisten?

Cerne Alle, bei denen Kinder die Opfer sind. Wenn wir so etwas in der Sendung haben, geht mir das an die Nieren.

Welches war Ihr größter Erfolg?

Cerne Der Mordfall Lolita Brieger 2011. Die junge Frau verschwand 1982 spurlos. Die Kripo Trier appellierte bei "XY" an das Gewissen möglicher Mitwisser und wies darauf hin, dass derartige Hilfe verjährt ist. Tatsächlich wurde über den Hinweis eines Mitwissers die Leiche gefunden und der Fall geklärt.

Der Sendung wird vorgeworfen, reale Verbrechen zur Unterhaltung zu instrumentalisieren. Was sagen Sie?

Cerne Wir wollen die Öffentlichkeit zur Mithilfe mobilisieren und das geht nun mal nur, wenn wir die Emotionen der Zuschauer wecken. Dabei sind wir so zurückhaltend wie möglich. Davon abgesehen: Viele Fernsehkrimis sind brutaler als "Aktenzeichen XY".

Quelle: RP
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