| 09.11 Uhr

Köln
ARD-Reporterin soll Schleichwerbung gemacht haben

Köln. Im "Morgenmagazin" im Ersten hat eine Reporterin ihre eigenen Geschäftspartner interviewt. Im Rahmen der einwöchigen Reihe "Sommerinterview" sprach Viktoria Kleber vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit Mitarbeitern der Berliner Werbeagentur "Gretchen", die von ihr mit gegründet wurde. Der für das "Morgenmagazin" zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) erklärte gestern, der Sender sei über diese Verbindung nicht informiert gewesen.

Der RBB erklärte, dass alle Mitarbeiter vertraglich verpflichtet seien, mögliche Interessenkollisionen bei ihrer Arbeit anzuzeigen. "Das ist im aktuellen Fall nicht geschehen", sagte Sprecher Justus Demmer. "Wir werten das als schwerwiegenden Vorfall." Die betroffene Kollegin sei als professionelle und gewissenhafte Journalistin bekannt. "Trotzdem stehen nun sehr ernsthafte Gespräche an", sagte Demmer. Der WDR kündigte an, dass die Zusammenarbeit des "Morgenmagazins" mit der Reporterin ruhe, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Zuerst hatte am Montag der Medienblog "Übermedien.de" über die Verbindung zwischen der Reporterin und ihren Interviewpartnern berichtet. Dort hieß es, Kleber halte Anteile von über 6000 Euro an der Werbeagentur und werde als Gesellschafterin geführt. In dem Blog ist von "Schleichwerbung" die Rede.

In der ARD-Mediathek ist der Beitrag aus der vorletzten Woche inzwischen nicht mehr zu sehen.

(epd)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Köln: ARD-Reporterin soll Schleichwerbung gemacht haben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.