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Berlin
ARD versteckt "Vorstadtweiber"

Berlin. Die dritte Staffel der ORF-Serie ist in den späten Abend verbannt. Dabei wird es noch turbulenter. Von Andreas Heimann

Waltraut liegt im Krankenhaus und weiß von gar nichts. Nicolettas Lover Jörg sitzt im Knast und würde so gerne mal Schweinebraten essen. Vanessa ist völlig abgebrannt und jobbt bei einem Gebrauchtwagenhändler. Und die Ehekrise von Maria und Georg ist kurz davor zu eskalieren - bei den "Vorstadtweibern" droht keine Langeweile. Für die dritte Staffel der ORF-Serie haben Uli Brée (Drehbuch) und Sabine Derflinger, die bei den ersten fünf der zehn neuen Folgen Regie führt, eher noch einen Gang hochgeschaltet.

Die erste beginnt mit einem bizarren Traum, in dem Waltraut (Maria Köstlinger) tot im Garten aufgebahrt ist, während ihre "Vorstadtweiber"-Freundinnen ausgelassen um sie herumtanzen und gut gelaunt die Sau rauslassen. Tatsächlich hat sie schon zwei Monate im Krankenhaus im Koma gelegen, nachdem Nicoletta (Nina Proll) auf sie geschossen hatte. Als sie nun plötzlich aufwacht, sind ihre Freundinnen tatsächlich da, auch wenn sie nicht tanzen und feiern, sondern Mitgefühl heucheln. Waltraut kann sich nicht erinnern, was passiert ist und wer den Schuss auf sie abgegeben hat. Und das ist der einen oder dem anderen im Intrigantenstadl der schicken Wiener Vorstadt auch entschieden lieber so.

Zum Konzept der Serie mit vielen bösen Pointen gehört, dass die Welt hinter der Fassade des schönen Scheins umso erbärmlicher aussieht. Und das wird auch in der neuen Staffel nicht anders: Marias (Gerti Drassl) Ehe mit Georg (Juergen Maurer) besteht nur noch auf dem Papier. Und das Kind, das sie von einem anderen hat, macht es nicht leichter. "Das ist kein Kuckucksei, das du mir da gelegt hast, das ist ein Straußenei", wirft er ihr vor. Denn das Kleine ist dunkelhäutig, und er muss immer zur Sonnenbank, damit den Nachbarn das untergejubelte Baby nicht auffällt.

Die dritte Staffel hat die ARD von ihrem starken Serien-Dienstag ins Spätprogramm verbannt. Im Sommer 2016 schalteten bei Staffel zwei im Schnitt nur 3,13 Millionen Menschen ein - das war zu wenig, auch wenn es in der jungen Zielgruppe eine überdurchschnittliche Beteiligung gab.

"Vorstadtweiber", Das Erste, 23.15 Uhr

(dpa)
 
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