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Binz
Brandt brilliert als Entführer

Binz. Der Schauspieler zieht in einem packenden und beklemmenden Psychothriller alle Register. Von Marco Krefting

So ruhig, so abgeklärt wie der Entführer spricht, wirkt sein Vorgehen noch brutaler, noch berechnender. "Ich bin eine treue Seele", sagt er. "Und du, bist du eine gute Mutter?" Die Mama der gekidnappten Kinder, Anja Mendt, gerät schier in Verzweiflung. Anzünden will er den sechsjährigen Finn und die elfjährige Leila. Ihre Mutter soll entscheiden, welches Kind sie lieber hat. Es ist eine grausame Situation. Und durch das perfekt abgestimmte Schauspiel von Matthias Brandt als Kindesentführer und Marleen Lohse als Mutter voller Angst wird der Thriller "Sanft schläft der Tod" zu einem packenden Psychodrama.

Die Urlaubsidylle der Familie Mendt wird jäh zerrissen, als plötzlich ihr Segelboot samt der Kinder spurlos verschwunden ist. Die örtliche Polizei auf Rügen nimmt zunächst schleppend die Arbeit auf, bis das Landeskriminalamt sich mit dem Chef-Ermittler Werner Kempin (Bernhard Schütz) einschaltet. Und dann taucht auch noch Herbert Winter (Manfred Zapatka) auf, der Vater von Frank Mendt (Fabian Busch), dessen Kinder entführt wurden. Die beiden haben seit Jahren nichts mehr miteinander zu tun. Mendt hat seinen Vater als Ex-Stasi-Spitzel angezeigt und seiner Familie erzählt, der Opa sei tot. Doch Winter lebt - vorzugsweise vom Alkohol. Und meldet sich zu Wort, als er die Fahndungsplakate mit den Fotos seiner Enkel sieht: Die Entführung zweier Kinder erinnert ihn an einen mehr als 25 Jahre zurückliegenden Fall, bei dem er selbst ermittelt hatte. Fünf Parallelen zur aktuellen Entführung zählt Winter auf.

Brandt spielt den Täter brillant in all seiner Abgeklärtheit, in all seiner Skrupellosigkeit. Als er den Kindern auf dem Boot ein Medikament ins Getränk mischt und Leila fragt, was passiert, wenn sie nicht trinkt, antwortet er ganz ruhig, ganz sachlich: "Dann schmeiße ich deinen Bruder ins Meer." Und verzieht den Mund zu einem Lächeln.

"Sanft schläft der Tod", Das Erste, Sa., 20.15 Uhr

(dpa)
 
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