| 14.12 Uhr

Satire-Sendung
"heute show" befragt AfD-Wähler – ohne Erfolg

Düsseldorf. Warum wählten so viele Menschen die AfD bei der Bundestagswahl? Das wollte die "heute show" wissen – und fragte Frauen und Männer auf der Straße. Damit brachte sie viele Zuschauer gegen sich auf.

Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erhalten. Die Redaktion der "heute show" schickte deshalb den Komiker Oliver Polak auf die Straße. Dort sollte er für die Satire-Sendung herausfinden, warum die rechtspopulistische Partei gewählt wurde. "Welche drei Wahlversprechen der AfD haben Sie überzeugt", fragte Polak die Menschen, die er traf. 

Überzeugende Antworten erhielt er offenbar nicht. Die "heute show" zeigte auf Twitter einen 1:24 Minuten langen Zusammenschnitt der Interviews, die Polak führte. Eine Frau wusste gar keine Antwort auf seine Frage. Verlegen schaute sie den Moderator an. Ein Mann sagte: "Dass die Grenzen gesichert werden." Und was noch, wollte Polak wissen. "Fällt mir im Moment nichts ein", sagte der Mann. Eine andere Frau antwortete: "Ich kann Ihnen gar nicht sagen, warum – ich habe sie einfach gewählt."

Auf Twitter wird die Redaktion der "heute show" für den Beitrag scharf kritisiert. Ihr wird vorgeworfen, dass sie sich über die Wähler der AfD lustig mache und mit ihrem Beitrag Vorurteile bediene. "Nasenbären zu veräppeln, die auf rechte Propaganda hereinfallen, ist billig", kritisiert ein Nutzer. Ein anderer schreibt: "Bitte, bitte sagt mir jetzt, dass das schon die intelligentesten Antworten waren und ihr die AfD nicht bloßstellen wolltet."

Ein weiterer Nutzer meint: "Hättet ihr CDU- oder SPD-Wähler aus der gleichen gesellschaftlichen Schicht auf der Straße gefragt, wären die Antworten nicht besser gewesen." Ähnlich äußert sich dieser Nutzer: "Man findet 100% solche Menschen auf der Straße für JEDE Partei. Immer einfach, nur die dümmsten zu zeigen. Dumm ist, wer verallgemeinert."

Der Beitrag der "heute show" greift ein Thema auf, das nicht erst seit Sonntag diskutiert wird: Wie sollten Politiker und Journalisten mit der AfD und deren Wählern umgehen? In der Sendung "Hart aber Fair" warf Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) den Medien vor, dass sie zu viel über die rechtspopulistische Partei berichtet hätten und damit zum Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl beigetragen hätten. Ähnlich äußerte sich Marina Weisband, die frühere Geschäftsführerin der Piraten. "Ich möchte, dass sich der Diskurs weniger um die AfD dreht", sagte sie unserer Redaktion.

(wer)
 
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