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TV-Kritik zu "Circus Halligalli"
Autor wider Willen

Circus Halligalli: Klaas wird Autor wider Willen
Werbung für die Lesung der Fake-Autobiographie von Klaas. FOTO: Screenshot twitter.com/halligalli
Düsseldorf. Joko stellt Klaas' fake-Autobiographie "Ich bin dann mal Kult" vor. Danach gibt es ein Ständchen von How-I-Met-Your-Mother-Star Cobie Smulders - das war Circus Halligalli am Dienstagabend. Von Verena Kensbock

Die selbst ernannte zweitbeste Sendung der Welt startet mit Joko lässig auf dem Sofa, Klaas boss-haft hinterm Schreibtisch. Alles wie immer – nur an einem Dienstag. Den geübten Pro-Sieben-Zuschauer soll das aber nicht verwirren. In gewohnter Manier geht der ewige Hahnenkampf zwischen den beiden weiter.

Klaas hatte unter dem Wahlspruch #MakeWinterscheidtSmallAgain Jokos Handynummer bei Facebook veröffentlicht. Das schreit nach Rache. Joko organisierte ein spontanes Wenn-ich-du-wäre-Spielchen. Klaas soll seine angebliche Biografie "Ich bin dann mal Kult" bewerben. Joko hat ordentlich Vorarbeit geleistet, die Straßen von Berlin mit Werbeplakaten gepflastert und eine Lesung vorbereitet. Lesen soll Klaas aber nicht persönlich, das übernehmen Joko, Olli Schulz, Benjamin von Stuckrad-Barre und Manny Marc von den Atzen.

Dabei kommen intime Ausschnitte aus dem Buch an die Oberfläche: Plausch mit dem Altkanzler, Rausch auf Malle, Kindheitstrauma wegen Übergewicht, versteckte lyrische und amouröse Leidenschaften. Der Applaus der Literaten bleibt fremdschämend verhalten. Bei einer Geschichte über sein erstes Mal zieht Klaas die Reißleine und bricht das Spiel ab – auch zum ersten Mal.

Die Bezüge zur Präsidentschaftswahl in den USA gehen weiter. Autor Michael Wigge stellt sein Buch "50 States of Wigge" vor. Dafür sitzen die Moderatoren in diplomatischer Atmosphäre in einer Kulisse des Weißen Hauses. Und siehe da: Es kommt ein ernsthaftes Gespräch zustande. Wigge war 50 Tage lang in den 50 Staaten der USA unterwegs und berichtet vom politischen Verständnis aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So hatte er es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Donald Trump zu berühren. Allerdings ist er am Sicherheitsdienst gescheitert. Sein Fazit: Die Amerikaner sind begeistert von Trump, weil er ein Geschäftsmann ist, politisch nicht immer korrekt und das Image des Mannes von nebenan hat.

Die wöchentliche Star-Dosis bringt Cobie Smulders, besser bekannt als Robin aus der Sitcom "How I Met Your Mother". Joko stellt in dem Interview eine Anleitung vor, mit der man einen richtigen Star in die Sendung bekommt: ein netter Smalltalk, gemeinsames Lachen, ein paar persönliche Anekdoten. Die Schauspielerin lässt sich ganz auf das Spielchen ein und lädt den Moderator von sich aus ein, mit ihr das Lied "Twinkle, Twinkle, Little Star" zu schmettern – und hat dabei offensichtlich selbst Spaß. Aber: gute Werbung ist es mit Sicherheit auch.

Apropos Werbung: Klaas‘ Biografie "Ich bin dann mal Kult" gibt es jetzt auch zu kaufen. Die rund 200 Seiten, warnt Joko vorab, sind aber nicht alle bedruckt. Bleibt mehr Platz für Notizen.

 
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