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Jana Ina Zarrella
"Lasst mich und mein Bäuchlein in Ruhe"

Curvy Supermodel 2017: Interview mit Jury-Mitglied Jana Ina Zarrella
Jana Ina Zarella geht ab Montagabend auf die Suche nach kurvigen Models. FOTO: red
Düsseldorf . Die 40-Jährige modelt schon, seitdem sie 14 ist. Nun will Jana Ina Zarrella ihre Erfahrungen mit Nachwuchsmodels teilen. Und zwar mit kurvigen. Von Saskia Nothofer

Wenn Jana Ina Zarrella eines nicht scheut, dann sind es Kameras. Diverse Shows, wie etwa "Just Married" oder "Jana Ina & Giovanni - Wir sind schwanger", begleiteten sie an der Seite ihres Mannes, dem früheren Bro'Sis-Sänger Giovanni Zarrella, bei der Hochzeit, durch die Schwangerschaft und den Alltag zu Hause. Ab heute, 20.15 Uhr, geht sie in der Jury der RTL-II-Show "Curvy Supermodel" auf die Suche nach kurvigen Models.

Was ist Schönheit für Sie?

Jana Ina Zarrella Ein Mensch muss glücklich mit sich selbst sein. Wenn er mit sich im Reinen ist, sich wohl fühlt in der eigenen Haut,wenn er sich so akzeptiert, wie er ist, ist er schön, dann strahlt er auch etwas Positives aus.

Wie empfinden Sie den Druck der Öffentlichkeit auf das Aussehen, vor allem den Körper der Frau?

Zarrella Dieser Druck ist immer groß. Wenn du dünn bist, bist du zu dünn. Hast du im Urlaub zu viel gegessen, bist du entweder schwanger oder fett. Nichts ist perfekt. Aber was ist überhaupt perfekt? Manchmal vergisst die Klatschpresse, dass sie Menschen damit verletzten kann. Denn manche sind vielleicht nicht zufrieden mit ihrem Körper, und dann lesen sie das und können dadurch brechen.

Wie stehen Sie persönlich dazu?

Zarrella Mir ist das mittlerweile egal. Wie oft haben die schon geschrieben, dass ich schwanger sein soll. Aber Entschuldigung, ich bin 40, habe zwei Kinder - lasst mich und mein Bäuchlein in Ruhe. Und ich glaube diese Lockerheit kommt mit dem Alter.

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War der Druck denn schlimmer, als Sie jünger waren?

Zarrella Wenn man jünger ist, achtet man auf das perfekte Aussehen. Ich habe als Model gearbeitet, bin von Natur aus dünn und habe schon immer Kleidergröße 36 getragen. Aber natürlich muss man aufpassen, dass es auch so bleibt. Und wenn man mit dem Modeln sein Geld verdient, dann spürt man den Druck, dass der Körper perfekt sein muss.

Wie hat sich Ihr Bild von sich selbst verändert, vom Model zur Mutter?

Zarrella Als ich jung war, habe ich immer gehört, dass das Leben erst mit 40 anfängt. Und ich dachte, das ist alles Quatsch. Aber heute erlebe ich das genauso, denn ich weiß, was ich alles erreicht habe. Weiß, dass ich einen tollen Ehemann habe, dass ich zwei gesunde Kinder habe. Das ist die Basis meines Lebens. Und wenn zu Hause alles gut ist, geht es mir gut und ich kann auch alles andere gut machen.

Wieso "Curvy Supermodel"?

Zarrella Für mich war die Anfrage eine große Ehre, denn ich arbeite schon seit ich 14 bin als Model. Ich kenne mich gut in dem Business aus, und freue mich, meine Erfahrungen jetzt mit anderen zu teilen. Jungen Mädels den Weg zu zeigen, ihnen dabei zu helfen, ihren Traum zu verwirklichen, macht mir großen Spaß.

Ist die Branche der fülligeren Models denn noch zu klein bzw. könnten nicht auch einfach ganz normale Frauen Model sein?

Zarrella Ich bin sehr froh, dass die Branche sich so entwickelt, dass auch kurvige Models so ernst genommen werden. Dass sie genauso gebucht werden wie dünne Models.

Das ist aber doch nicht wirklich so ...

Zarrella Viele Firmen haben sich auf kurvige Models spezialisiert. Viele wollen aber auch zeigen, egal ob du eine 36, 44 oder 48 bist: Alle Kleidergrößen werden akzeptiert, und für alle Größen gibt es etwas.

Würden Sie auch in die Jury von "Germany's Next Topmodel" gehen?

Zarrella Ich liebe die Modewelt, ich bin stolz, ein Model zu sein und ich würde nichts in meinem Leben anders machen. Und wenn das Konzept passt, würde ich daher immer bei Sendungen mitmachen, in denen ich mich thematisch auskenne.

Was halten Sie von der Show - schadet sie dem Selbstbild von jungen Mädchen?

Zarrella Die meisten Leute haben keine Ahnung vom Modelgeschäft. Aber die Modewelt ist hart. Die Mädchen müssen dauernd unterwegs sein, sie leben unter ständigem Druck und unter Konkurrenz. Das ist kein Zuckerschlecken. Das muss jeder wissen. In TV-Shows wird aber auch oft übertrieben.

Können Modewelt und Modelgeschäft Mädchen krank machen?

Zarrella Wenn ein Mädchen von Natur aus dünn ist, trägt sie kleine Größen. Die Frage ist nur, wie so eine Person lebt. Ernährt sie sich gesund? Treibt sie viel Sport? Das ist das Wichtigste. Und das ist das, was wir den Models vermitteln müssen. Egal ob sie dünn oder kurvig sind. Denn auch kurvige Models müssen darauf achten, was sie essen. Die Haut soll schön sein, auch sie können nicht den ganzen Abend auf der Couch sitzen und Currywurst essen.

Die Eltern sollen also vorbeugen?

Zarrella Sie müssen ihren Kindern eine gute Basis geben und sie dabei unterstützen, damit sie keine Essstörungen entwickeln. Wenn man aus einer gesunden Familie kommt, kann kaum etwas passieren.

Wie denken Sie darüber in Bezug auf Ihre eigene Tochter?

Zarrella Will sie Model werden, würde ich nicht nein sagen. Ich bin froh, dass meine Mutter mir das damals nicht verboten hat. Das Einzige, was meine Mutter gesagt hat, war, dass sie immer dabei sein will, mich nicht allein lässt. Vielleicht würde ich meiner Tochter nicht empfehlen, mit 14 anzufangen, denn das ist sehr jung, aber wenn sie Model werden möchte, werde ich das genau wie meine Mutter machen: Ich werde sie begleiten und unterstützen.

Können Sie sich denn auch vorstellen, sich einmal für die Schönheit unters Messer zu legen?

Zarrella Jeder Mensch soll mit sich glücklich sein. Und wenn ihn etwas stört, und wenn er sich nicht komplett verändert, warum nicht. Ich finde es nur schlimm, wenn man dann die Leute nicht mehr erkennen kann.

Quelle: RP
 
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